Polar-Blog | Meldung aus der Kategorie: Eisbären erleben: 03.09. - 15.09.2013

Buckelwal taucht ab (Spitzbergen)
© ck
Publiziert: Mittwoch, den 11. September 2013

Dienstag, 10.09.2013: Waltag – leider geil!

Manchmal kommen die schönsten Dinge ganz unverhofft. Stundenlang begleiteten uns heute Wale

Eine Woche waren wir nun schon unterwegs. Der Rhythmus an Bord war uns ins Blut gegangen, die Zeit verging langsamer und doch zu schnell. In der Nacht sind wir wieder gen Osten geschippert: Kvitøya, die “weiße Insel” vor uns. Wieder ein ebenso seltsames wie schönes Eiland. Zunächst musste die Quest weit vor ihr ankern, zu flach sind die Küstengewässer. Auch die Dünung war nicht gerade eine Einladung, dort zu landen. Und schließlich patrouillierte ein Eisbär am Strand. Keine Landung in Sicht.

Neben Eisbären fühlen sich hier auch Walrosse wohl. Wir fanden eine kleine Gruppe, die es sich auf einem vorgelagerten Riff so gemütlich gemacht hatte, wie das eben nur Walrosse auf einem feuchten, kalten, arktischen Felsen machen können. Unsere Zodiacs hüpften wie Korken zwischen den Wellenkämmen auf und ab.

Doch wir kamen noch zu unserer Anlandung. Ein weiterer Eisbär lag zwar in Sichtweite herum, aber für ein paar Augenblicke festen Ufers sollte es reichen. Denn wegen des normalerweise beständig miesen Wetters und der örtlichen Eisbärschaft stattet Kvitoya kaum jemand mal einen Besuch ab. Es gebot sozusagen die Höflichkeit, mal “Hallo” zu sagen und unser “Killroy was here” in den Sand zu kratzen.

Weiter, wieder aufs Schiff, schließlich wollten wir noch zum Austfonna-Gletschers. Und das ist ein Stück von Kvitøya … Allerdings hatten wir die Rechnung ohne den Wal gemacht. Oder vielmehr: ohne die Wale. Denn plötzlich waren sie da. Erst eine Finne, ein Buckelwal, noch einer. Und noch einer. Am Horizont beinahe einer neben dem anderen. Ihr Blas zeichnete sich gegen den Himmel ab. Lauter kleine Dampfsäulen, die kurz in der Luft hingen und dann vom Wind verweht wurden, bis ihre Urheber wieder Luft holen mussten. Und auch das sollte noch nicht reichen. Zwergwale passierten uns, Finnwale und immer wieder Buckelwale. Es ging soweit, dass das Schiff immer von rechts nach links schwankte, weil alle mit ihren Fotoapparaten die Schiffsseite wechselten, um den Walen auf die Fluke zu schauen. “Besoffen vom Fotografieren”, nannte das unser Naturfotograf.

Abends erreichten wir den Austfonna. Jetzt ist es dunkel.

Text: Peter Laufmann

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