Polar-Blog | Meldung aus der Kategorie: Große Antarktis-Kreuzfahrt: 18.10. - 12.11.2013

Publiziert: Donnerstag, den 24. Oktober 2013

Sonntag, 20.10.2013, Buenos Aires-Provinz Chubut, Trelew

Muttertag in Argentinien

Ohne Rücksicht auf anwesende Mütter werden wir um 4:30 Uhr geweckt. Kurz noch einen Kaffee im Hotel und dann steht auch schon der Bus vor der Tür um uns zum Flughafen zu bringen.

Buenos Aires veranstaltet für uns zum Abschied eine imposante Lightshow – es tobt ein Gewitter. Optisch tatsächlich sehr reizvoll – violetter Himmel und kurzfristig taghell erleuchtete historische Gebäude. Flugtechnisch allerdings sehr kontraproduktiv. Unser Flug nach Trelew hat 2 Stunden Verspätung.

Bei Ankunft in Trelew werden wir zum ersten mal an unser eigentliches Reiseziel, die Antarktis erinnert: Von 30° C gestern haben wir hier auf einmal nur noch 15° und einen enormen Wind. Erwartet werden wir von Marianne, die uns etwas ungläubig darüber informiert, dass ihre heutige Aufgabe ausschließlich darin besteht, uns abzuholen und auf der einstündigen Fahrt nach Puerto Madryn ins Hotel zu begleiten.

Weiterhin erhalten wir von ihr eine kleine Einführung zu unserem aktuellen Standort: Wir befinden uns in Chubut, einer von drei Provinzen des argentinischen Teils Patagoniens. Außerdem befinden wir uns genau (auf 100 km mehr oder weniger kommt es hier nicht so an) auf der Hälfte zwischen Buenos Aires und dem Ende der Welt – Ushuaia.

Wie es in Chubut aussieht? Ein Blick aus dem Fenster offenbart es uns: Rechts ist nichts und links ist nichts und vorne und hinten ebenfalls nichts. Und das Nichts ist platt. Da es in diesem Jahr einen recht feuchten Winter gab, ist das Nichts in diesem Frühjahr aber  ausnahmsweise immerhin grün. Bei genauerem Hinsehen offenbaren sich uns im Nichts kleine Büsche und bei noch genauerem Hinsehen sogar der ein oder andere Ginsterbusch in voller Blüte. Trotzdem – es gibt für meinen Geschmack optisch ansprechendere Landschaften …

Da der heutige Tag zur freien Verfügung steht, bringt die Verspätung nichts durcheinander. Viele nutzen die Zeit für eine ordentliche Ruhepause. Andere freuen sich nach dem vielen Sitzen der letzten Tage aber auch durchaus auf den vorgeschlagenen Spaziergang entlang der Küste. Schon auf dem Hinweg werden wir auf die Wale aufmerksam, die sich in geringer Entfernung vom Strand aufhalten und dank der mitgebrachten Ferngläser auch durchaus recht gut zu sehen sind.

Während wir am Strand entlang schlendern, läuft die MS Ocean Nova ein – endlich mal wieder etwas Pünktliches.

Am Abend trifft sich dann fast die komplette Gruppe zum Abendessen im reservierten Restaurant. Hier am Meer steht bei vielen jetzt mal Fisch auf dem Speiseplan. Trotz des gemütlichen Ambientes des Restaurants löst sich die Gruppe aber doch recht schnell wieder auf.

Persönlich höre ich mein Bett laut und deutlich über 500 Meter vom Hotel bis ins Restaurant nach mir rufen. Und auch morgen bleibt noch keine Zeit zum Ausschlafen. Welch ein Glück, dass die Kreuzfahrt mit zwei Seetagen beginnt.

Ahoi, Stephani

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