Polar-Blog | Meldung aus der Kategorie: Große Antarktis-Kreuzfahrt: 18.10. - 12.11.2013

Publiziert: Donnerstag, den 24. Oktober 2013

Montag, 21.10.2013, Trelew, Halbinsel Valdés und wir gehen an Bord

Letzter Tag an Land

Wieder starten wir sehr früh in den Tag. Die Entfernungen hier sind für mich als Europäerin fast unvorstellbar. Der für heute geplante Ausflug soll doch nur einen Ort weiter starten… Was in argentinischen und patagonischen Dimensionen jedoch eine Fahrt von einer Stunde bedeutet. Nach dem Frühstück erwartet uns heute Leonie. Wir fahren zur Halbinsel Valdés. Schon während der Fahrt können wir mit etwas Glück unsere ersten Tierbegegnungen mit Guanakos, Maras und Nandus machen. Letztere seien allerdings nur sehr schwer auszumachen, da sie sich farblich hervorragend an das sie umgebende, schon im letzten Bericht erwähnte, Nichts angepasst haben – mit einem fröhlich mausgrauem Federkleid.

Zu Beginn steht aber der Bootsausflug zur Walbeobachtung auf dem Programm. Während der Fahrt erzählt Leonie viel über die hier anzutreffenden südlichen Glattwale. Uns erwarten zu dieser Jahreszeit überwiegend Mütter mit ihren Kälbern.

Bei der Ankunft in Puerto Pyramides dürfen wir aber schon wieder froh sein, auf einer Expeditionsreise zu sein. Da es keinen Pier gibt, werden die Ausflugsboote mittels Traktoren über den Strand ins Wasser transportiert. Um dieses gefahrlos durchführen zu können, darf allerdings kein zu starker Seegang herrschen. Das bedeutet hier, in dem natürlichen Hafen des kleinen Ortes, dass Ausfahrten eigentlich immer möglich sind – außer bei Südwind. Und den haben wir… Die Aussichten, dass er im Verlauf des Tages dreht, sind aber wohl ganz gut. Also wird schnell umdisponiert und wir machen uns auf zu den Magellan-Pinguinen und den See-Elefanten, die an diesem Ort auch anzutreffen sind.

Die Pinguine „erwischen“ wir mitten in ihrem Brutgeschäft. Daher sind nur verhältnismäßig wenige Tiere zu sehen, da der Großteil in den Bruthöhlen verweilt. Anders bei den See-Elefanten. Hier sind schon einige Jungtiere zu sehen, die bereits von ihren Müttern verlassen worden. Sie werden noch so lange am Strand verweilen, bis der Hunger sie ins Meer treibt.

Auf dem Rückweg heißt es nun hoffen, dass der Wind tatsächlich gedreht haben möge. Alle wollen wir schließlich zu den Glattwalen. Und tatsächlich – bei unserer Ankunft sind die Veranstalter sehr zuversichtlich. Sie benötigen lediglich noch die offizielle Freigabe. So bleibt noch Zeit für einen gemütlichen Kaffee in der Sonne.

Und dann geht‘s raus. Das Boot liegt in seinem Gestell am Strand, während wir einsteigen. Als alle ihre Plätze eingenommen haben, schiebt der Traktor los und wir nähern uns langsam dem Meer. Sehr bald haben wir dann auch schon den ersten Blas gesichtet und wir nähern uns dem Tier bis auf die erlaubte Entfernung. Nun geht es darum abzuwarten, ob wir eine kontaktfreudige Kuh bzw. ein neugieriges Kalb gefunden haben. Nur so hätten wir die Möglichkeit, die Tiere noch näher zu sehen. Beim ersten Mal klappt es nicht so richtig – die kleine Familie schwimmt zwar nicht von uns weg, sie zeigen aber auch keine Anstalten, näher zu kommen. Also bleiben wir eine Weile bei ihnen, bevor wir uns wieder auf die Suche begeben. Und mit welchem Erfolg! Das nächste Kalb kommt direkt auf uns zu geschwommen – und es handelt sich um eines von maximal 5 – 6 WEIßEN Kälbern, die jährlich in dieser Bucht geboren werden!

Viel zu schnell ist die Zeit vorüber. Aber andererseits wartet auf uns ja auch die Ocean Nova. Heute beginnt unsere Kreuzfahrt in die Antarktis! Gegen 18:00 Uhr lichten wir den Anker und fahren los – auf zu den Pinguinen.

Text: Stephani Drücker

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