Polar-Blog | Meldung aus der Kategorie: Große Antarktis-Kreuzfahrt: 18.10. - 12.11.2013

Publiziert: Samstag, den 26. Oktober 2013

Donnerstag, 24.10.2013: Ankunft auf den Falkland-Inseln

Carcass Island und Saunders Island

Weckruf 06:30 Uhr. Frühstück 07:00 Uhr. Ausbooten 08:00 Uhr. Martin und Elke wissen schon, wie man das Meiste aus einem Tag heraus holt.

Schon beim Frühstück genießen wir den Blick auf die Landschaft. Ein freundliches Grau-Grün-Braun, immer wieder unterbrochen von den leuchtend gelben Flecken der Ginster-Hecken unter einem blau-weißen Himmel. Bei unserer Ankunft am Strand werden wir von ein paar Gänsen begrüßt, die Pinguine lassen noch etwas auf sich warten. Alte Antarktis-Hasen können aber schon ihren unverwechselbaren Geruch wahrnehmen, den der Wind über den kleinen Hügel zu uns rüber weht. Nur ein paar hundert Meter trennen uns von der gemischten Kolonie aus Magellan- und Eselspinguinen.

Von den Magellan-Pinguinen sind nur verhältnismäßig wenige Tiere zu sehen. Ein Großteil ist in den Bruthöhlen. Vorbei an der Brutkolonie kommen wir über eine Düne direkt zu einem weiteren Strand – und es sieht aus, als wären wir mit den paar Schritten plötzlich in der Karibik gelandet. Vor uns liegt ein weißer Sandstrand und türkisfarbenes Wasser. Auf ihm hunderte kleiner Gestalten im Frack. Keine Sonnenschirme, keine Liegen. Was wir finden, ist viel aufregender. Sie stehen und liegen am Strand, sie schwimmen, sie waschen sich, sie springen durch die Kelbwälder. Diese kleinen Kerlchen zaubern wirklich jedem ein Lächeln ins Gesicht.

Nach einer ganzen Weile reißen wir uns los. Wir haben ja schließlich noch eine gut 3 km Wanderung über die Insel vor uns. Und das letzte Zodiac fährt 12:15 zurück zur Nova.

Die Wanderung wird uns zu den Bewohnern der Insel, der Familie McGill, bringen. Natürlich wird die Wanderung immer wieder von Stopps unterbrochen. Hier wieder ein Vogel, da wieder eine tolle Aussicht. Bei den McGills angekommen, erwartet und ein englischer Tee und eine Tafel voller Hüftgold – selbstgebackenen, süßen, köstlichen Kleinigkeiten. Da gibt es zum Mittag wohl besser mal nur Salat.

Noch während des Essens wird der Anker gelichtet und wir fahren nach Saunders Island. Oh ja, ich will mehr. Hier leben zu den Magellan- und Eselspinguinen auch noch Felsenpinguine und auch eine ganz kleine Kolonie Königspinguine. Außerdem auch noch Schwarzbrauen-Albatrosse.

Auf Saunders Island haben wir Zeit von 15:00 – 19:30 Uhr. Bei traumhaftem Wetter legen wir am „Neck“ an. Auch hier werden wir vom Besitzer der Insel, Mr. Evans, begrüßt. Wir sind noch nicht angekommen, da sehen wir seinen Landrover über den Hügel kommen.

Auch hier am Strand schon ein ständiges Kommen und Gehen – und ein paar Karakaras, die sich über einen Kadaver her machen. Ich schaue nicht allzu genau hin, möchte gar nicht wissen, was für ein Tier es war.

Erstes Ziel des zweiten Ausflugs ist die Eselspinguin-Kolonie. Einfach mal hinsetzen und warten, was passiert. Wir beobachten einen der kleinen Frackträger mit vollgekleckertem Hemd:

Immer wieder entfernt er sich aus der Kolonie auf der Suche nach kleinen Steinchen. Und er ist wählerisch. Nicht jeder Stein erfüllt seine Vorstellungen. Sobald er ein passendes Exemplar gefunden hat, trägt er es im Schnabel zurück zu seiner Angebeteten (ich nehme an, dass es sich um eine Männeraufgabe handelt). Und sofort macht er sich wieder auf den Weg, weiteres Nistmaterial heran zu schaffen.

Während wir sie beobachten, hüpft ein neugieriger Karakara zwischen uns rum. Er sieht aus, als würde er nur darauf warten, dass wir gleich unsere Stullen auspacken und er so die Gelegenheit bekommen könnte, etwas zu stibitzen.

Bei den Felsenpinguinen oben am Hang ist auch mächtig was los. Der Geruch ist zwar der gleiche, aber die Geräusche haben sich geändert. Man könnte denken, wir würden alle unsere Gummistiefel aneinander reiben und damit quietschen. Auch diese Tiere sind extrem putzig. Wie sie mit ihrer schicken Frisur und den kurzen Beinchen den Berg hoch und runter hüpfen – auf englisch heißen sie daher auch Rockhopper.

Und weiter geht es zu den eleganten Seglern, den Albatrossen, die wir die letzten zwei Tage immer mal wieder vom Schiff aus bewundern durften. Hier jetzt an Land auf ihren Nestern. Türmchen aus Lehm. Wir können die Streitigkeiten unter Nachbarn beobachten und Paare, die immer wieder Zärtlichkeiten austauschen. Hier ein bisschen Show, da ein bisschen gegenseitige Federpflege und dort ein paar, die wohl gerade mal ein Nickerchen brauchen. Und im Hintergrund der nächste weiße Sandstrand – hier schätzungsweise 50 Meter breit und 1 km lang – über den immer wieder kleine Grüppchen zum Wasser oder zurück zur Kolonie wackeln.

Erst als die Sonne hinter einem Hügel verschwindet und der Wind doch schon arg auffrischt, kehren wir um und lassen uns zurück zum Schiff fahren. Nur noch Abendessen und dann geht es bald ins Bett – Aufregung, Bewegung und frische Luft machen echt müde.

Text: Stephani Drücker

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