Polar-Blog | Meldung aus der Kategorie: Große Antarktis-Kreuzfahrt: 18.10. - 12.11.2013

Publiziert: Sonntag, den 27. Oktober 2013

Freitag, 25.10.2013: Port Stanley

Zu Besuch in der Hauptstadt der Falklandinseln

Der Tag beginnt wieder mit einem recht straffen Zeitplan: Um 07:00 Uhr wecken, 30 Minuten später beginnt das Frühstück und schon um 08:30 Uhr startet der Zodiac-Shuttle nach Port Stanley.

Die Stadt liegt im strahlenden Sonnenschein mit leuchtend bunten Dächern vor uns. Im Verlauf des Tages kommt fast das Gefühl auf, wir wären auf einer Mittelmeer-Kreuzfahrt… Und vor nur 3 Tagen lag hier überall noch Schnee.

Wer möchte, geht zusammen mit Dierk in das kleine Museum des Ortes. Liebevoll zusammen getragen, werden hier sowohl naturkundliche als auch historische Exponate ausgestellt. Zentrales Thema der geschichtlichen Abteilung ist natürlich der Falkland-Krieg. Noch heute sind diverse Areale auf der Insel gesperrt, da sie komplett vermint sind. Zum Beispiel viele der wunderschönen weißen Sandstrände in der Umgebung des Ortes. Lediglich die Pinguine können gefahrlos an den Strand, da die Auslöser der Minen natürlich auf das Gewicht eines Menschen ausgelegt sind.

So typisch britisch, wie sich uns das Städtchen heute präsentiert, scheint ein möglicher, anderer Ausgang des Krieges beinahe unvorstellbar. Am Pier steht ein roter Doppeldecker-Bus, typische Pubs öffnen mittags ihre Pforten und servieren Guinness zu Fisch und Chips. Wer von uns zu Hause anrufen möchte, steht in roten Telefonzellen. Die Einheimischen genießen diesen schönen Frühlingstag genau wie wir – und sind temperaturtechnisch natürlich anderes gewohnt als wir, so dass sie heute vermutlich zum ersten Mal wieder ihre ärmellosen T-Shirts und kurzen Hosen aus dem Schrank holen.

Um 14:00 Uhr geht das letzte Zodiac zurück zur Ocean Nova und wir legen ab in Richtung Südgeorgien. Im schönsten Sonnenschein segeln wir los – das Achterdeck ist voll und alle genießen den Sonnenschein. Beim Abendessen kann man sehr genau erkennen, wer besonders viel Zeit an Deck verbracht hat und vielleicht besser einen etwas höheren Sonnenschutz hätte nehmen sollen. Wenn das so weiter geht, kommen wir noch alle wie nach einem Skiurlaub aus der Antarktis zurück. Insgeheim frage ich mich bei diesem tollen Wetter, ob wir da wohl noch mit einem besonders dicken Ende rechnen müssen…?

Text: Stephani Drücker

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