Polar-Blog | Meldung aus der Kategorie: Große Antarktis-Kreuzfahrt: 18.10. - 12.11.2013

Publiziert: Samstag, den 09. November 2013

Montag, 04.11. und Dienstag, 05.11.2013: Das südliche Polarmeer zeigt uns seine ungemütliche Seite

Der Wind- nicht immer ein Freund

Wie schon im Recap gestern gehört, hat sich an unserer Wettersituation nichts verändert. Wir haben nach wie vor starken Gegenwind und kommen leider nur entsprechend langsam voran – immer noch in Richtung Elephant Island.

Die Guides verkürzen uns weiterhin die Zeit mit interessanten Vorträgen. Am Vormittag beginnt Dierk mit dem Wettrennen zum Südpol. Egal, welchen Aspekt der beiden Expeditionen er auch beleuchtet – seien es Organisation, Route, Verpflegung, Ausrüstung oder Führungsstil – Scott schien eigentlich immer gegenüber Amundsen unterlegen und von daher zum Scheitern verurteilt. Kurz vor dem Mittag überqueren wir 60° südlicher Breite: Auch nach älteren Maßstäben sind wir nun offiziell in der Antarktis.

Nach einer kurzen Mittagsruhe geht es dann weiter mit dem zweiten Teil der Entdeckungen des Südens von Elke. Hier war aber auch was los… Damals fanden sich noch in zahlreichen Nationen verwegene Kerle, die sich die Chance, einen neuen Kontinent zu entdecken, nicht entgehen lassen wollten. Und auch in jeder Nation fanden sich die entsprechenden Geldgeber. Und diese waren nicht nur staatlich oder privat, sondern hatten durchaus auch schon kommerzielle Interessen – heute neudeutsch bezeichnet als Sponsoring.

Beim Recap vor dem Abendessen erhalten wir leider immer noch keine guten Neuigkeiten. Der Wind wird uns wie bisher mit unverminderter Kraft frontal entgegen wehen und unsere Fahrt verzögern. Außerdem hat sich Martin irgendwie hochauflösende Satelliten-Aufnahmen der Antarktischen Halbinsel und ihrer vorgelagerten Inseln besorgen können. Es sieht tatsächlich so schlecht aus, wie schon vermutet. Es ist extrem viel Eis da. Zugänglich erscheinen lediglich die Südlichen Shetlandinseln.

Über Nacht ist es erheblich kälter geworden. Beim ersten kurzen Blick an Deck noch vor dem Frühstück hat sich die Ocean Nova optisch komplett verändert. Schicht über Schicht der Gischt friert am Schiff fest – bis zum Abend werden wir so ein zusätzliches Gewicht von 5 Tonnen ansammeln und mit uns mitschleppen… Unsere maximale Geschwindigkeit liegt bei nur noch 4 – 5 Knoten.

Auf Grund des starken Windes passieren wir Elephant Island in sicherer Entfernung und wir haben einen weiteren Seetag vor uns. Auf direktem Wege soll es nun zu den Südlichen Shetlandinseln gehen, um endlich mal wieder von Bord zu kommen. Wie halten das nur Seeleute aus?

Elke informiert uns vormittags über die maritimen Nahrungsnetze und nach dem Mittag sehen wir in der Lounge einen Film von Sir David Attenborough zum Thema Klimawandel. Anhand konkreter Beispiele berichtet er über die weltweiten Auswirkungen. Für den späten Nachmittag haben die Guides dann unser „Abschluss-Examen“ vorbereitet. In gemischten Gruppen mit 4 – 5 Personen sitzen wir zusammen und beantworten Fragen zu den Wissensgebieten Geografie, Geschichte, und, und, und… Dem Gewinnerteam winkt ein Gratis-Drink am Abend.

Da wir uns inzwischen im Schutz der Südlichen Shetlandinseln befinden, werden die Außendecks wieder für alle frei gegeben. Allerdings nicht ohne den Hinweis, dass die Decks teilweise immer noch mit Eis bedeckt und daher extrem rutschig sind.

Text: Stephani Drücker

Akteure in diesem Blogbeitrag:
Stephani Drücker, unsere Kollegin
Dierk Ronneberger, Guide aus Deutschland
Elke Lindner, Guide aus Deutschland
Martin Enckell, der schwedische Expeditionsleiter

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.