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Expeditionsleiterin Elke Lindner
Publiziert: Montag, den 24. März 2014

Die Polar-Kreuzfahrten Guides stellen sich vor

Heute: Elke Lindner

Name: Elke Lindner
Geburtsjahr: im Jahr der Olympischen Sommerspiele in München
Geburtsort: Sachsen
Wohnort: Berlin
Vom Polarvirus infiziert: im Jahr des Kiebitz und des Frauenschuh
Polare Themenschwerpunkte: Ökologie

Ein Leben als Polar-Guide:

Wann war Dein erster Einsatz als Guide auf Spitzbergen und mit welchem Schiff warst Du unterwegs?

2001, „Professor Molchanov“

Das erste Mal… einem Eisbären in seinem Lebensraum begegnen – Wann war es bei Dir soweit und was hast Du gedacht und gefühlt?

Ich glaube, das war auf einer meiner ersten Schiffstouren auf der „Professor Molchanov“. Ich habe als Greenhorn eine Gruppe Blümchenliebhaber über Moränenhügel geführt, den Schnelläufern hinterher. Ein Gast kam zu mir und zeigte mir einen ruhenden Bären hinter einem Stein (gefühlt 150m weg, aber wahrscheinlich eher 300m entfernt). Ich war ziemlich aufgeregt und sammelte meine Gruppe hinter mir, machte Signalstift (damals war eine Signalpistole noch keine Pflicht) und Gewehr schussfertig und beobachtete den Bären von einem großen Stein aus. Das Schiff  wurde informiert, dass auch den anderen Gruppen Bescheid gegeben werden konnte und dann zogen wir uns zurück.

Einer der Gäste hätte uns beinah alle in Gefahr gebracht, weil er (getarnt in grüner Waldläufertradition) meine Aufforderung ignorierte, sich in der Gruppe hinter mich zu stellen und ich ihn in der Aufregung beinah übersehen hätte. Als der Bär in unsere Richtung lief, war der lebensmüde Hobbybotaniker noch von der Gruppe entfernt und fotografierte fleißig weiter Blümchen. Es ging zum Schluss aber alles gut und meine Kollegen übernahmen die Bärenbeobachtung bald, während ich meine Gruppe zu den Booten zurück brachte.

Zu Land habe ich allerdings eine entspanntere Erstbegegnung gehabt, auf der ich den Bären wirklich voller Freude beobachten konnte. Wir waren zu zweit auf Motorschlitten von Longyearbyen nach Barentsburg unterwegs, als wir auf dem teilweise zugefrorenen Isfjord einen Bären die Küste entlangziehen sahen. Schön, wenn man so im Zwielicht, warm eingepackt auf dem Motorschlitten sitzt, die Kälte einem in die Nase zwackt und der Schnee bei jedem Schritt zu einem besseren Beobachtungsplatz unter den Schuhen knirscht.

Hast Du ein Erlebnis auf einer Tour mit Polar-Kreuzfahrten, welches Dir besonders in Erinnerung geblieben ist? Wenn ja welches? Wenn nicht gibt es bestimmt etwas, was Du unbedingt noch erleben möchtest…?

Ich habe schon so viele Spitzbergen Touren gemacht, dass ich die einzelnen Fahrten gar nicht auseinanderhalten kann. Ich würde unbedingt gern einmal einen Grönlandwal und einen Narwal sehen. Das Glück habe ich bisher noch nicht gehabt.

Welche Deiner vielfältigen Aufgaben als Mitglied eines Expeditionsteams macht Dir am meisten Spaß?

Zodiac fahren und mit Gästen und Kollegen fachsimpeln.

Bringt die kleine Gruppe und die familiäre Atmosphäre an Bord der MS Quest Vorteile für Deine Arbeit? Und für die Gäste?

Und ob. Die Quest scheint zwar anfänglich winzig, vor allem wenn sie in Longyearbyen mit anderen Schiffen im Hafen liegt, aber sobald die Leinen los sind, erkennt man schon ihre Vorteile: wendig, übersichtlich und ein warmes Zuhause. Ihr geringer Tiefgang ist ein Segen für die seesensiblen Gäste; sie fährt, wo immer möglich, innere Passagen, die landschaftlich schöner sind und zusätzlich Schutz vor Seegang bieten, was vor allem an der Westküste spürbar ist.  Dank Schiff und Mannschaft gestalten sich die Zeiten für die Ausbootungen kurz, was uns mehr Zeit an Land gibt. Für unvorhergesehene Begegnungen, wie besondere Bären- oder Walbeobachtungen, kann auch in letzter Minute immer schnell der Plan geändert werden.

Was tust Du in der Zeit, wenn Du gerade mal nicht als Guide eine Expeditionskreuzfahrt begleitest?

Ich genieße das Leben mit meiner Familie mit allem Drum und Dran: kümmere mich um den anfallenden Papierkram, sehe zu, dass genug zu essen im Haus ist und das Wohnungschaos sich in Grenzen hält . Wenn die freie Zeit es hergibt, geht es je nach Wetter radeln, paddeln, klettern, skifahren oder einfach nur die Zeit gemeinsam verbummeln.

Was sagt Deine Familie zu Deinem nicht ganz ungefährlichen Job?

Die Gefahr ist nicht das Thema. Auch Bauarbeiter fallen vom Gerüst oder Büroangestellte werden auf dem Weg zur Arbeit von einem Auto angefahren. Im Zentrum von Berlin lebt es sich gefährlicher, vor allem wenn man als Radfahrer unterwegs ist. Die lange Zeit weg von zu Hause ist für die Daheimgebliebenen keinesfalls einfach. Ging es nach ihnen, wären sie verständlicherweise lieber mit mir unterwegs, als in der Schule oder auf Arbeit.

Mal abgesehen von Spitzbergen – Welche Regionen der Erde haben es Dir besonders angetan oder gibt es ein Ziel (Ziele?), das Du noch nicht kennst, aber unbedingt einmal in Deinem Leben sehen möchtest?

Würde ich im Lotto gewinnen, könnte ich mir gut eine Reise zu den Galapagos Inseln oder  in die Mongolei vorstellen. Aber auch die kanadische und russische Arktis locken.

Zum Abschluss ganz kurz in einem Wort: Eine Expeditionskreuzfahrt nach Spitzbergen mit Polar-Kreuzfahrten ist … ?

aufregend.

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2 Kommentare zu „Die Polar-Kreuzfahrten Guides stellen sich vor

  1. Anonymous

    In 2010 we were in Antarctica with Elke. She was an excellent zodiac-guide, we felt absolutely safe with her. She speaks her languages, including Russian, and because we were on a bilingual expedition, she regularly acted as an interpreter for the Dutch expedition-leader who was not so fluent in German.