Polar-Blog | Meldung aus der Kategorie: Über uns

Expeditionsleiter Christian Engelke
Publiziert: Freitag, den 28. März 2014

Die Polar-Kreuzfahrten Guides stellen sich vor

Heute: Christian Engelke

Name: Christian Engelke
Geburtsjahr: 1985
Geburtsort: im schönen Harz
Wohnort: Tromsø, Nordnorwegen
Vom Polarvirus infiziert: bei meiner ersten Norwegenreise 1996, spätestens aber auf Spitzbergen 2008
Polare Themenschwerpunkte: Generalist mit einem Faible für polare Historie, Meereis und Gletscher

Ein Leben als Polar-Guide:

Wann war Dein erster Einsatz als Guide auf Spitzbergen und mit welchem Schiff warst Du unterwegs?

2011 war ich das erste mal auf der Antarctic Dream unterwegs. Ich hatte allerdings schon seit 2008 in Longyearbyen gelebt und Tages- und Mehrtagestouren auf Scootern, in Kajaks, in Eishöhlen oder zu Fuß geführt.

Das erste Mal… einem Eisbären in seinem Lebensraum begegnen – Wann war es bei Dir soweit und was hast Du gedacht und gefühlt?

Ich habe in meinem kompletten ersten Jahr auf Spitzbergen keine einzige Eisbärbegegnung gehabt. Unter meinen Freunden in Longyearbyen ging schon der Witz herum, dass man für eine sichere Scooter- oder Skitour keine Waffe sondern nur Christian mitzunehmen bräuchte. „Man würde dann sowieso keinen Bären sehen.“ Um so schöner war es dann plötzlich innerhalb weniger Wochen ein halbes Dutzend Bären in ihrer natürlichen Umgebung zu sehen! Und inzwischen kann ich meine Bärenbegegnungen nicht mehr zählen.

Hast Du ein Erlebnis auf einer Tour mit Polar-Kreuzfahrten, welches Dir besonders in Erinnerung geblieben ist? Wenn ja welches? Wenn nicht gibt es bestimmt etwas, was Du unbedingt noch erleben möchtest…?

Einen Eisbären vom Zodiac aus zu beobachten wie er versuchte Unruhe in einer Walrosskolonie zu verbreiten und es dabei schaffte etwa die Hälfte der Tiere ins Wasser zu jagen. Das Beobachten dieses Kräftegleichgewichts (denn auch der Eisbär war sich seiner Sache keineswegs sicher) war unbeschreiblich. Ich fühlte mich wie in einer BBC-Dokumentation. Nur, dass ich mittendrin und verantwortlich am Steuer des Zodiacs stand.

Welche Deiner vielfältigen Aufgaben als Mitglied eines Expeditionsteams macht Dir am meisten Spass?

Gerade die Vielfalt macht den Job aus. Vorträge zu halten, Gästen etwas zu erklären, Zodiac zu fahren, zu wandern und Tiere zu beobachten; aber eben auch zu organisieren, den Überblick zu behalten und in entscheidenden Situationen die Ruhe zu bewahren. Im Guide-Team voller spannender Individuen alles daran zu setzen, den Gästen die besten Erfahrungen zu bieten, macht einfach einen riesigen Spaß.

Bringt die kleine Gruppe und die familiäre Atmosphäre an Bord der MS Stockholm Vorteile für Deine Arbeit? Und für die Gäste?

Dieses Jahr werde ich ja das erste mal auf der MS Stockholm arbeiten. Aber ich freue mich auf genau diese kleinen Gruppen. Auf größeren Schiffen hat man nicht die selbe Flexibilität und kann die Pläne nicht im selben Maße kurzfristigen Chancen anpassen. Diese Flexibilität in der 24stündigen Helligkeit im Frühsommer Spitzbergens zu nutzen, ist eine riesige Chance.

Was tust Du in der Zeit, wenn Du gerade mal nicht als Guide eine Expeditionskreuzfahrt begleitest?

Ich bin Kajakinstrukteur und gebe zum einen Kurse und biete zum anderen geführte Touren in Nordnorwegen und Ostgrönland an. Zudem arbeite ich projektbezogen für das norwegische Polarinstitut. Den Rest meiner Zeit nutze ich für fantastische Touren in der Umgebung von Tromsø: Skifahren, Kajaken, Wandern!

Was sagt Deine Familie zu Deinem nicht ganz ungefährlichen Job?

Die Gefahr ist kein echtes Thema. Meine Freundin weiß, dass ich trotz des von außen betrachtet „extremen“ Jobs eher besonnen und nicht übermäßig risikobereit bin. Es ist eher ein Thema, dass ich überdurchschnittlich viel unterwegs bin. Da gilt es den richtigen Mittelweg zu finden.

Mal abgesehen von Spitzbergen – Welche Regionen der Erde haben es Dir besonders angetan oder gibt es ein Ziel (Ziele?), das Du noch nicht kennst aber unbedingt einmal in Deinem Leben sehen möchtest?

Ich liebe die hohen Breiten. Mein zu Hause in Nordnorwegen genauso wie das fantastische Ostgrönland oder neuerdings die Antarktis und Südgeorgien. Ich will nicht ausschließen, dass ich später auch einmal mehr Zeit in spannenden wärmeren Regionen verbringen werde, aber derzeit reizen mich noch Ziele wie Patagonien, Alaska und Kamtschatka.

Zum Abschluss ganz kurz in einem Wort: Eine Expeditionskreuzfahrt nach Spitzbergen mit Polar-Kreuzfahrten ist … ?

„Mit-dem-Polarvirus-infizierend“

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