Polar-Blog | Meldung aus der Kategorie: Über uns

Polarguide Therese Horntrich
© Martin Berg
Publiziert: Dienstag, den 20. Mai 2014

Unsere Polar-Kreuzfahrten Guides stellen sich vor

Heute: Thérèse Horntrich

Name: Thérèse Horntrich
Geburtsjahr: 1979
Geburtsort: Schweiz
Wohnort: Schweiz & Schweden
Vom Polarvirus infiziert am: Sommer 2010 – erste Spitzbergen-Reise
Polare Themenschwerpunkte: Polargeschichte, von Walfängern, Trappern über Polarhelden/ Polare Überlebenskünstler, wie sich die Tierwelt der Kälte anpasst/ Flora, Fauna in Arktis & Antarktis

Wann war Dein erster Einsatz als Guide auf Spitzbergen und mit welchem Schiff warst Du unterwegs?

Das erste Mal habe ich 2011 als Trekking-Guide auf Spitzbergen gearbeitet, also als „Landratte“ sozusagen. 3 Monate habe ich im Zelt verbracht und Spitzbergen zu Fuß bewandert. Ende des Sommers hat sich dann die Möglichkeit aufgetan, als Expeditions-Guide auf dem Segelschiff Noorderlicht mitzufahren und natürlich musste ich nicht zweimal überlegen und sagte zu.

Das erste Mal… einem Eisbären in seinem Lebensraum begegnen – Wann war es bei Dir soweit und was hast Du gedacht und gefühlt?

Dies war 2010 als ich selbst einmal als Passagier auf einem Schiff unterwegs war. Wir waren nahe der Fjortende Julibukta („14. Juli-Bucht“) als wir von den Zodiacs aus weit weg am Ufer einen Bären sahen. Ehrlich gesagt, erst als sich der gelbliche Tupf bewegt hatte, glaubte ich dann endlich, dass dies ein Eisbär war, kein heller Stein… Das richtige „Wow“-Erlebnis hatte ich dann, als im Packeis ein Eisbär zum Schiff getrottet kam, und ich erinnere mich, dass ich den Atem anhielt und einfach nur Bewunderung und Faszination für diese Tiere empfand.

Hast Du ein Erlebnis auf einer Tour mit Polar-Kreuzfahrten, welches Dir besonders in Erinnerung geblieben ist? Wenn ja welches? Wenn nicht gibt es bestimmt etwas, was Du unbedingt noch erleben möchtest…?

Thérèse im Einsatz als Polar-Kreuzfahrten
Guide auf Spitzbergen

Oh, es ist schwierig ein Bestimmtes „rauszupicken“, weil besonders bleiben mir immer die Naturerlebnisse in Erinnerung. Beispielsweise näherte sich einmal eine Eisbärenmutter mit Jungtier der MS Quest, schob sich einen Eisklotz zurecht, setzte sich hin und begann gemütlich ihr Junges zu stillen! Es hat sie nicht im Geringsten gekratzt, dass ihr nun 50 Leute dabei zuschauten. Aber auch, als wir einmal mit unseren Zodiacs vor einer Gletscherfront waren, tat sich plötzlich der Himmel auf, ein heftiger Platzregen setzte an und schüttete runter was das Zeug hielt.. („Der“ Härtetest übrigens für manche wasserdichte Ausrüstung..) Das war genial, inmitten dieser Eislandschaft, rundherum dunkel, über uns ein helles Loch in der Wolkendecke und die Tropfen die aufs flache Wasser aufschlugen – und Gäste die das mit Humor nahmen! Wir hatten herrlich ausgelassene Stimmung im Boot!

Welche Deiner vielfältigen Aufgaben als Mitglied eines Expeditionsteams macht Dir am meisten Spass?

Ach, mir macht so ziemlich alles Spass, weil es ist immer „lässig“ mit unserem Expeditionsteam und es kommt mir gar nicht so drauf an, was nun wer macht. Ob es nun Wanderungen führen ist, natürlich Zodiac fahren (wer nicht 😉 ), Vorträge machen oder auch einfach die administrativen Aufgaben, die jeder von uns erledigen muss.

Bringt die kleine Gruppe und die familiäre Atmosphäre an Bord der MS Quest Vorteile für Deine Arbeit? Und für die Gäste?

Ich arbeite sehr gerne auf kleinen Schiffen, weil es einfach eben familiär ist und man so einen besseren Draht zu den Gästen aufbauen kann. Am Anfang nimmt man eine völlig neue Gruppe in Empfang die von unterschiedlichen Gebieten und Erwartungen kommen. Am Schluss der Reise finde ich es immer jammerschade unsere Gäste wieder „herzugeben“, wir haben soviel gesehen und erlebt zusammen und oftmals haben sich Gleichgesinnte gefunden und Freundschaften sind entstanden. Ich denke, dass solche Erlebnisse durch kleinere Boote gestärkt werden und das Erlebnis intensiviert wird, man ist einfach „näher dran“.

Was tust Du in der Zeit, wenn Du gerade mal nicht als Guide eine Expeditionskreuzfahrt begleitest?

Diese Wintersaison habe ich beispielsweise in Schwedisch Lappland als Snowmobile-Guide gearbeitet und unsere Gäste durch die schönen Landschaften nahe dem Polarkreis geführt. Davor war ich als Guide – auch auf einer Polar-Kreuzfahrten Expedition – in der Antarktis unterwegs. Ansonsten bin ich natürlich gerne in der Schweiz in den Alpen, sei es mit dem Snowboard, auf Schneeschuhen, in einem Klettersteig oder einfach nur zu Fuß am Wandern.

Was sagt Deine Familie zu Deinem nicht ganz ungefährlichen Job?

Die schütteln manchmal schon den Kopf, weniger wegen der Gefährlichkeit – denn passieren kann überall etwas wenn es muss – als den arktischen/antarktischen Temperaturen, die ihnen unverständlich sind… die sind lieber in wärmeren Gefilden unterwegs 🙂

Mal abgesehen von Spitzbergen – Welche Regionen der Erde haben es Dir besonders angetan oder gibt es ein Ziel (Ziele?), das Du noch nicht kennst aber unbedingt einmal in Deinem Leben sehen möchtest?

Besonders angetan hat es mir auch die Antarktis und Südgeorgien! Atemberaubende Landschaften und Tierwelt! Und Ziele wo ich gerne hinmöchte gibt es noch haufenweise, beispielsweise die russischen Arktis, Wrangel Island würde ich gerne besuchen! Aber vielleicht zieht‘s mich auch einfach einmal nach Südamerika, einfach zur Abwechslung mal nur in T-Shirt, Shorts und Flipflops rumlaufen.. 🙂

Zum Abschluss ganz kurz in einem Wort: Eine Expeditionskreuzfahrt nach Spitzbergen mit Polar-Kreuzfahrten ist … ?

Ein-Erlebnis-für’s-Leben 🙂

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