Polar-Blog | Meldung aus der Kategorie: Polallerlei

Abfall aufräumen Spitzbergen Cleanup Svalbard - Polar-Kreuzfahrten macht mit!
© KT Miller
Publiziert: Freitag, den 23. Mai 2014

Clean Up Svalbard – Wir sind dabei!

Ein Stück unberührtes Land

– frei, wild und wunderschön. Das ist es was wir und alle anderen begeisterten Besucher an Spitzbergen lieben. Doch leider sieht man an den Küsten vereinzelt hier und da Farbflecke, die so gar nicht ins Landschaftsbild passen wollen …

An Land angekommen wird klar: Es handelt sich um Abfall!

Erst kürzlich hat der Stern berichtet (vgl. hier), dass viel zu viel Müll am Meeresboden vorzufinden ist. Bei einer internationalen Studie zur Müllverteilung- und Dichte konnten 32 Stellen im Atlantik und Mittelmeer untersucht und erschreckende Ergebnisse gesichert werden: bis zu 6,4 Millionen Tonnen Müll gelangen jährlich ins Meer. Ob es die Küstenregionen sind, Tiefseegräben oder 2000 km von den Küsten entfernte Gebiet – er ist überall. Sogar an Stellen, die zuvor noch unerforscht waren, hat es zumindest schonmal unser Abfall geschafft. Dies stellt eine ernsthafte, weltweite Gefährdung dar. Und zwar nicht nur für die Tierwelt sondern auch für uns.

Die Tiere fressen den Müll, dieser kann oftmals nicht verdaut werden oder führt dazu, dass sie ersticken. Und wenn das Plastik, welches 41% des Müllvorkommens ausmacht, nach zwei Jahren in winzige Partikel zerfällt, reichert es sich in der Nahrungskette an und betrifft schließlich auch uns. Bereits jetzt konnten bei einigen Nordsee-Fischen kleine Plastikspuren nachgewiesen werden. Und die Vermüllung zieht sich fort bis in die Arktis. Und hier werden die Teile, die hauptsächlich von Fischerbooten stammen, an die Küsten geschwemmt. Und da der Müll lange, lange Zeit braucht bis er verrottet, sammelt er sich zu großen Mengen an.

Gemeinsam gegen Müllberge auf Spitzbergen

Abfall aufräumen Spitzbergen
Eine Broschüre klärt auf

Die Regierung hat diesen Bergen jedoch den Kampf angesagt und das Projekt „Clean Up Svalbard“ ins Leben gerufen. Auch einige Reiseveranstalter sind bereits daran beteiligt.

Bei einer jährlich stattfindenden Aktion werden die Einwohner Spitzbergens dazu eingeladen, sich an der „Aufräumaktion“ Clean up Svalbard zu beteiligen. Es wird mit einem Schiff eine Woche lang die Küstenregion abgefahren und möglichst viel von dem Unrat beseitigt. Da die Resonanz hierauf jedes Jahr so groß ist, wird per Verlosung entschieden, welche 24 Bewohner mitkommen dürfen. Allein durch diese Aktion konnten zwischen den Jahren 2000 und 2011 eine Menge von rund 1.100 m³ Müll gesammelt werden. Dies ist ein erster wichtiger Schritt um die Arktis sauber zu halten und die Umwelt zu schützen. Doch der Einsatz geht noch weiter.

Durch die Zusammenarbeit des Gouverneurs von Spitzbergen, den Reiseveranstaltern und den Touristen wird gemeinsam dem Ziel „Saubere Küsten für Spitzbergen“ entgegengesteuert. Die fachkundigen Expeditionsleiter jeder Reise informieren die Passagiere über dieses Projekt und fragen freundlich nach, ob sich diese auch beteiligen möchten. Es geht darum bei den Landgängen ein wenig auf den Müll zu achten und diesen mitzunehmen. Oder es werden ganze Aktionen an Bord gestartet und jeder zieht mit einem Müllsack los und setzt sich so für eine saubere Umwelt ein. Dadurch kann nicht nur die Gegend so gestaltet werden, wie man sie gern vorfinden würde, wild und unberührt, sondern auch der Tierwelt wird geholfen.

Besonders die Spitzbergen Rentiere leiden an der Vermüllung

Rentiere leiden unter Müll auf SpitzbergenViel zu oft bleiben diese mit ihren Geweihen in Fischernetzen hängen und ein langer, qualvoller Tod ist somit meist vorprogrammiert. Manchmal findet man sogar Überreste mehrerer Tiere in einem Netz. Mit der Aktion gegen den Müll kann die Aufrechterhaltung eines der letzten, unberührten  Gebiete dieser Welt gesichert und zum Schutz für Flora und Fauna beigetragen werden. Damit man jedoch nicht zufällig historisch wertvolle Kulturstätten als „Müll“ betrachtet und wegschmeißt sollte man, vor allem bei Holzteilen, lieber noch einmal seinen Guide zur Seite ziehen und fragen, ob es sich wirklich um Abfall handelt. Der Müll, der von den Gästen aufgesammelt wird, entsorgt entweder der Reisebetreibern im Anschluss an die Reise oder sie lassen die Säcke am Strand liegen und melden dies der Regierung, sodass diese sie einsammeln können.

Leider wird der Müll durch Stürme und Eis oft weit ins Landesinnere getragen und liegt an Gegenden, die schwer zugänglich sind, doch mit der Aktion Clean up Svalbard wurde ein erster wichtiger Schritt in die die richtige Richtung gesetzt und ein klares Zeichen für den Schutz der Umwelt gesetzt. Und vor allem macht jede Reise nach Spitzbergen noch mehr Spaß, wenn man weiß, dass man etwas Gutes für die Umwelt und die Arktis getan hat.

Um das Landschaftsbild und die Unberührtheit der Region aufrecht zu erhalten wird dieses Projekt auch weiterhin laufen und hoffentlich bald das Ziel „Saubere Küsten für Spitzbergen“ erreichen.

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