Polar-Blog | Meldung aus der Kategorie: Spitzbergen: 14.06. – 23.06.2014

Wanderung in Longyearbyen Spitzbergen
© Mattias Henningsson
Publiziert: Montag, den 16. Juni 2014

Erste Spitzbergen-Erlebnisse in Longyearbyen

Tag 1: Longyearbyen – 15.06.2014

Geschafft! Unser Flugzeug landet sicher auf dem kleinen Airport in Longyearbyen und die ersten Gäste haben sich bereits kennen gelernt. Herzlich werden wir von Kerstin, eine unserer Guides empfangen. Schnell sind alle Koffer beisammen und mit dem Bus geht es in Richtung Hotel.

Schon auf der kurzen Strecke können wir die ersten Spitzbergen-Rentiere entdecken, die in aller Seelenruhe neben der Straße grasten. Die Sonne scheint, die Luft ist klar und der Himmel fast wolkenfrei. Ein besseres „Willkommen in der Arktis“ hätte es nicht geben können.

Longyearbyen - Hauptort auf Spitzbergen
Longyearbyen – Hauptort auf Spitzbergen

Ein wenig Zeit bis zur ersten kleinen Wanderung wurde von einigen bereits genutzt, um sich in dem beschaulichen und freundlich wirkenden Ort umzusehen. Als wir uns dann versammelten, um gemeinsam aufzubrechen, stellten sich unsere Guides vor: Kerstin, die die Assistenz der Expeditionsleitung übernimmt; Heike, unsere Geologie-Spezialistin und Arne, der Historiker, der sich bereits auf den nächsten Tag im Museum freut.
Unser Weg führt uns zu einer Huskyfarm. Um uns herum sind liegen die hohen verschneiten Berge und am Wegesrand begegnen wir den ersten Eismöwen und Küstenseeschwalben. Da diese gerne ihre Eier ohne Nest einfach im Sand ablegen, kann es passieren, dass man sich diesen unwissentlich nähert. Da können die Küstenseeschwalben gerne mal einen Angriff starten. Dabei attackieren sie den höchsten Punkt und so sollen Handschuhe oder Mützen über den Kopf gehalten werden. Doch es momentan noch früh und die Küstenseeschwalben lassen sich mit ihrer Brut noch ein wenig Zeit. Uns bleibt eine Vogel-Attacke also erspart.

Zu Besuch auf einer Huskyfarm in Longyearbyen

Verkehrsschild Eisbärgrenze auf Spitzbergen
Hinter dem Schild nur noch mit Waffe, bitte.

Schon am ersten Tag konnten wir so unbeschwert und intensiv Tiere beobachten, wie man es sich zuvor kaum ausmalen kann. Etliche Bilder wurden bereits geschossen als wir bei den Hunden ankamen. Die Huskies machten einen recht zufriedenen Eindruck und drückten ihre Gruppen-Zugehörigkeit durch gemeinsames Jaulen und Kläffen aus. Da fragt man sich dann natürlich, wie die Eiderenten in großer Zahl direkt neben den Käfigen so unbeschwert ihre Eier brüten können… Aber hier, zwischen den Hunden, sind sie geschützt vor Polarfüchsen und müssen nicht um ihre Nester fürchten. Viele der braunen Weibchen entdeckt man kaum, so gut sind sie an ihre Umgebung angepasst. Die Männchen sind in ihrem weiß-schwarzen Prachtkleid deutlich besser zu erkennen. Wir haben Glück diese noch anzutreffen, in 1-2 Wochen werden die Männchen verschwunden sein, damit die Weibchen sich auf ihre Brut konzentrieren können.

Ich bin mehr als gespannt, was wir in den folgenden Tagen noch erwarten können. Bis zur imaginären „Eisbärengrenze“, über die man ohne Waffe lieber nicht schreiten sollte, sind wir gelaufen und machten uns auf den Rückweg.

Zum gemeinsamen Abendessen haben sich alle wieder versammelt und so langsam kann man auch alle Gesichter zuordnen. Ich denke, wir werden eine gute Gruppe sein und viele schöne Erlebnisse miteinander teilen können.

Morgen lernen wir unsere Expeditionsleiterin Elke und den Guide David kennen – noch befinden sich die beiden auf der MS Quest.

Bevor wir an Bord gehen werden wartet noch eine City-Tour auf uns und es bleibt Zeit, um Souvenirs für die Daheimgebliebenen mitzunehmen.

Mitternachtssonne auf Spitzbergen

Inzwischen ist es bereits später Abend und die Sonne scheint immer noch hell am Himmel – es ist irgendwie absurd, aber gleichzeitig so wahnsinnig beeindruckend. Schon jetzt sind diese Eindrücke einmalig und wir sind alle voller Vorfreude auf den nächsten Tag.

Text: Kimberly Tahn

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Ein Kommentar zu „Erste Spitzbergen-Erlebnisse in Longyearbyen

  1. Jan-Helge

    Ich kann das so gut nachempfinden. Wir waren 2012 mit der MS Ocean Nova dort unterwegs. Der Eindruck dieser (fast) unberührten Natur, lässt einen ganz klein werden, und man staunt von Tag zu Tag, von Stunde zu Stunde. Das Schöne für mich ist, dass wir dieses Jahr noch einmal nach Spitzbergen fahren werden, ab dem 24.07. sind wir dann ebenfalls mit der Quest unterwegs. Und was man an Gepäck ganz sicher zu Hause vergessen darf, ist eine Taschenlampe. 🙂 Weiter viel Spaß beim Staunen und Erleben. Herzlichen Gruß Jan-Helge