Polar-Blog | Meldung aus der Kategorie: Spitzbergen: 14.06. – 23.06.2014

Zodiac Schlauchboot im Fjord
© Frank Fietz
Publiziert: Donnerstag, den 19. Juni 2014

Tolle Entschädigung nach etwas unruhiger Nacht

Tag 3: Im Hornsund – 17.06.2014

Wie vorausgesagt schaukelte sich die Quest durch die Nacht. Einige der Gäste mussten mit wenig Schlaf auskommen, doch die Freude auf den heutigen Tag überwog und wir trafen beim Frühstück ein. Zu diesem Zeitpunkt ankerten wir bereits im Hornsund an der Burgerbukta. Diese Bucht ist inzwischen zweigeteilt in einen östlichen und einen westlichen Teil. Nach einem Zodiac-Briefing war es nun endlich Zeit für unsere „Zodiac-Taufe“. In kleinen Gruppen saßen wir in den Zodiacs und cruisten durch die Burgerbukta im östlichen Teil.

Polar-Kreuzfahrten: Bartrobbe schaut neugierig zum Zodiac
Neugierige Bartrobbe im Eiswasser

Das Herz schlug schneller als wir unseren ersten Eisberg erblickt haben – bläulich schimmernd und knisternd. Immer mehr große und kleine Eisberge kreuzten unseren Weg zum Gletscher und schließlich wurden wir vom Eis abgehalten, weiter zu fahren. So weit entfernt von der Gletscherfront hat selbst Elke das Eis noch nicht erlebt und war, wie wir, beeindruckt. Auf einigen Eisbergen sahen wir Kolonien von Dreizehenmöwen sitzen und konnten gelegentlich Dickschnabellummen oder Gryllteisten sichten.

Bei einem anderen Gletscher angelangt saß ich in dem Zodiac, das glücklicherweise eine Bartrobbe entdeckt hat. Ein anderes hat eine Elfenbeinmöwe zu Gesicht bekommen. Jeder hatte heute bei diesem Ausflug einen wirklichen Glücksmoment.

Auf dem Weg zum westlichen Teil mussten wir eine gute Strecke mit dem Zodiac zurück legen – mit ordentlich Geschwindigkeit eine wirklich spaßige Angelegenheit! Das könnten wir wohl ruhig öfter machen.

Zodiac fahren mach Spaß – und hungrig!

Farbenfroher Papageitaucher auf Spitzbergen
Farbenfroher Papageitaucher auf Spitzbergen

Im westlichen Teil der Burgerbukta entdeckten wir erneut Dreizehenmöwen und eine kleine Gruppe von 5 Papageitauchern, die an alle Zodiacs sehr dicht heran kamen – ein intensives Tiererlebnis für alle!

Zurück an Bord wurde sich ordentlich aufgewärmt und das Schiff setzte seinen Weg fort. Während einige die Zeit für ein Mittagsschläfchen nutzten, genossen andere die Aussicht des Brepollen in der Panorama Lounge.

Der nächste Halt war dann in Gåshamna und hier erwartete uns unser erster Landgang. Der Himmel war ein wenig aufgerissen und ein tolles Panorama aus arktischer Steppenlandschaft und schneeverhangenen Bergen lag vor uns. Arne erklärte uns einiges über die historischen Überbleibsel der Trapper, die diese Bucht für sich und den Walfang nutzten.

Polar-Kreuzfahrten: frische Eisbärspur im Schnee
Als Maßstab würde wahrscheinlich Schuhgröße 40 passen…

In drei Gruppen konnten wir dann die Bucht erkunden. Einige hielten sich in der Nähe der Zodiacs auf, andere wanderten entlang der Küste und wieder andere schlossen sich der sportlichen Gruppe um David an. In dieser Gruppe wanderten wir einen Hügel hinauf und hatten nicht nur einen atemberaubenden Ausblick, sondern entdeckten äußerst frische Eisbärspuren. Darum entschieden wir auch nicht weite r zu gehen, da hinter jedem Hügel bereits der weiße Riese warten könnte. Besonders erstaunlich war außerdem der bereits blühende Rasensteinbrech. Kleine lilafarbene Blüten bedecken viele Teile der kargen, steinigen Landschaft und man stellt sich die Frage, wie diese Blümchen hier dem Wind und Wetter trotzen können. Ein wundervoller erster Landgang neigt sich dem Ende entgegen und alle schwärmen schon von den ersten Erlebnissen.

Captains-Dinner nach Expeditionsart

Zurück an Bord gibt es ein Captains „Welcome-Dinner“ und der Kapitän stellt sich mit einer kleinen Rede vor. Wir dürfen uns bei einem Glas Sekt und leckerem Finger Food zurücklehnen und ihm sowie im Anschluss Elke zuhören. Sie lässt den Tag noch einmal Revue passieren und gibt einen Ausblick auf Morgen. Da soll es dann zum Forlandsund gehen, der zwischen Spitzbergen und dem Prins Karl Forland liegt. Die MS Quest ist neben der MS Stockholm das einzige Schiff, welches diesen Sund durchfahren darf – zunächst müssen wir jedoch die Schaukelstrecke der letzten Nacht entlang der Westküste erneut auf uns nehmen. Mal schauen, wem bereits Seebeine gewachsen sind… 😉

Text: Kimberly Tahn

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