Polar-Blog | Meldung aus der Kategorie: Spitzbergen: 14.06. – 23.06.2014

Walrosskolonie Reisebericht Spitzbergen Reise
© Simon Bober
Publiziert: Freitag, den 20. Juni 2014

Wieder eine Nacht ohne Eisbären Weckruf …

Tag 4: Im Forlandsund – 18.06.2014

Wieder vergeht eine Nacht ohne Eisbärenweckruf … aber die Hoffnung dem König der Arktis zu begegnen geben wir noch nicht auf. Beim Frühstück sehen die Gesichter heute schon sehr viel ausgeschlafener und entspannter aus.

Wir ankern im Forlandsund zwischen Spitzbergen und Prins Karl Forland – neben der Stockholm ist die Quest das einzige Schiff, welches diesen durchqueren kann, dank des geringen Tiefgangs. Bei Poolepynten ging es dann um 09:00 Uhr von Bord zum ersten Landgang an diesem Tage. Beim Anlanden mit den Zodiacs bereitete uns das erste Walross im Wasser bereits einen Ausblick darauf, was uns gleich erwarten würde. Nach einer Instruktion von Elke, wie wir uns den Tieren gegenüber verhalten sollten, marschierten wir los um weitere Walrosse zu entdecken.

Walrosse – Urtümliche Viecher

Treibgut am Strand von Poolepynten, Prins Karls Forland Spitzbergen Reisen
Treibgut am Strand auf Prins Karls Forland

Faul, rülpsend und furzend lag eine Herde von circa 30 Tieren vor uns. Aus nächster Nähe hörten wir ihre Geräusche, konnten kleine Kabbeleien um begehrte Plätze beobachten und es bot sich eine einzigartige Kulisse. Es waren herrliche 3° C und der Himmel war klar, die Sonne ließ sich gelegentlich blicken und jeder genoss einfach die vollkommene Stille. Naja, bis auf das Rülpsen und Furzen halt… Wirklich alle konnten hier wunderschöne Bilder bekommen und nach einiger Zeit der Beobachtung wanderten wir noch eine Weile am Strand entlang.

Man kann wirklich kaum glauben wie viel Treibgut hier strandet. Von uralten Bojen bis hin zu Treibholz – und alles hat eine eigene Geschichte. Apropos Geschichte, Arne hat wirklich so einige Anekdoten aus der Historie zu erzählen und unsere Guides tragen unheimlich dazu bei, dass diese Reise so schön ist und reibungslos verläuft. So langsam melden sich die hungrigen Mägen bei uns und der Rückweg wird angetreten.

 Aufgewärmt und frisch gestärkt auf zum zweiten Landgang des Tages

Nach ordentlicher Stärkung zog es uns erneut an Land. Bei St. Jonsfjorden in Gjertsenodden war es an der Zeit sich ordentlich die Beine zu vertreten. In Gruppen, erneut aufgeteilt nach der körperlichen Verfassung und der eigenen Präferenzen, ging es los. Ein Grüppchen widmete sich dem Fotografieren und der Vogelbeobachtung und blieb in Küstennähe. Eine weitere Gruppe vertrat sich die Beine bei einem längeren Spaziergang und die dritte Gruppe, rund um unseren schwedischen Abenteurer David, hatte eine kleine Bergwanderung vor sich. Durch Schnee und Matsch stapfend und an steinigen Hängen hinauf wurden wir belohnt mit einer einmaligen Aussicht auf einen Gletscher. Der Aufstieg hat sich wirklich gelohnt! Auch zwei Fuchsbauten konnten wir entdecken und von Heike etwas über die Gesteine lernen.

Abwechslungsreiche Vorträge an Bord

Details fotografieren auf Spitzbergen Polar-Kreuzfahrten
Auch das kleinste Detail lohnt den Aufwand…

Zurück an Bord blieb noch Zeit bis zum Abendessen und so hingen wir an den Lippen von Norbert Rosing. Dieser hielt einen Vortrag über seinen Werdegang als Fotograf und konnte uns mit vielen interessanten und geradezu unfassbaren Geschichten begeistern. Ein kleiner Ausschnitt seiner Arbeiten wurde an die Fernseher projiziert und die Lounge füllte sich mit Faszination. Danach folgte unsere Tagesrück- und Vorschau vorgetragen durch Elke und ein weiterer Beitrag von Kerstin. Dieser befasste sich mit, wie konnte es heute anders sein, Walrossen. So konnte das Gesehene gleich mit biologischem Wissen vervollständigt werden. Bevor es nun endgültig Zeit für das Dinner war ließ uns Arne eintauchen in die Welt der Walfänger und Trapper und erläuterte wirklich anschaulich die Jagd auf den Wal.

Das Abendessen war, wie wir es nun bereits gewohnt sind, einfach fantastisch und so langsam fürchten schon die Ersten den Gang auf die Waage, wenn wir erst einmal wieder zu Hause sind… Morgen geht es aber erst einmal zum Magdalenafjord, dort werden wir jedoch nur ankern und können uns nach dem Frühstück einige Zeit in der Panorama Lounge an dem Ausblick erfreuen. Weiter Richtung Norden werden wir zur Amsterdamoya und Danskoya fahren – immer näher Richtung Packeis. Die Chancen, auf einen Eisbären zu treffen wachsen und wir werden definitiv Ausschau halten.

Text: Kimberly Tahn

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