Polar-Blog | Meldung aus der Kategorie: Spitzbergen: 14.06. – 23.06.2014

Fressender Eisbär Spitzbergen Reise
© Sven Achtermann
Publiziert: Montag, den 23. Juni 2014

Nachtrag vom Wochenende Teil 1

Tag 6: Aus dem Packeis zurück – 20.06.2014

07:00 Uhr in der Früh ertönt Elkes ruhige Stimme: „Meine Lieben, heute wecke ich Euch etwas früher als sonst, denn wir haben erneut einen Eisbären gesichtet.“ Schnell wurde sich eine warme Schale umgelegt und hinaus ging es zur Eisbärbeobachtung Nummer 3. Erneut haben wir ihn mit einem Kill erwischt – das können selbst die Guides nicht fassen. So etwas hat man normalerweise 2 mal in der Saison und nun innerhalb weniger Stunden bei gleich drei Eisbären – unfassbar!

Beim Frühstück herrscht, trotz der relativ kurzen Nacht, fröhliche Stimmung und jeder hat ein Lächeln im Gesicht. Kurz darauf geht es, entgegen des Plans vom Vorabend, auf eine kleine Zodiac-Cruise. Bald müssen wir das Eis verlassen und wir wollen zuvor noch einmal   die arktische Landschaft aus nächster Nähe genießen. Diesmal gibt es auch ein Zodiac in dem sich unser bekannter und beliebter Fotograf Norbert Rosing und unser Kameramann Günther Müller aufhalten. Nach einem Aufenthalt auf einer Eisscholle (was beim zweiten Mal kein bisschen weniger witzig und unfassbar ist!), hat Frank Fietz noch ein Interview mit Norbert und meiner Kollegin Anne Kiel im Zodiac geführt. Währenddessen hat das Zodiac von Elke einen Zwergwal gesichtet und konnte eine wirklich spannende Beobachtung verzeichnen. Wir anderen haben ihn leider alle verpasst. Doch die zahlreichen Krabbentaucher konnten wir alle begutachten.

Zodiac Schlauchboot im Packeis Polar Abenteuer Spitzbergen
Ein letzter Cruise im Packeis

Das Wetter verbessert sich zusehends und nach unserem Mittagessen halten sich fast alle draußen an Deck auf, denn die Sonne scheint herrlich und wärmt auf. Unsere Landung auf Danskoya wurde kurzerhand zu einer Landung auf Amsterdamoya. Zu viel Schnee hinderte uns daran auf der Däneninsel eine vernünftige Wanderung durchzuführen. Auf Amsterdamoya lernen wir von Arne Spannendes zu den Walfängerzeiten – wir befinden uns schließlich gerade in der ehemaligen Walfanghochburg Smeerenburg. In Gruppen von strammen Wanderwaden bis hin zu Vogel- & Fotografieliebhabern erkunden wir die Insel. Auch hier liegt an einigen Stellen noch sehr viel Schnee und eigentlich, eigentlich!, beschlossen die Guides, keine Umrundung zu machen, sondern den gleichen Weg zurückzulaufen.

Frühere Walfanghochburg Smeerenburg im Schnee Spitzbergen
Smeerenburg auf Amsterdamøya

Nachdem einige sich vom Strand entfernt und den Schneeweg für begehbar befunden haben, schloss sich aber doch ein kleines Grüppchen zusammen, welches mit David und Heike durch den Schnee zurück stapfte. Dieser sportliche Weg versetzte uns in die Zeiten von Polarforschern. Als der Schnee immer tiefer wurde, entwickelte sich das ganze zu einem lustigen Abenteuer. Fast bis zur Hüfte sackten wir teilweise im Schnee ein und es gab ein ständiges, lautes Gelächter. Das herrliche Wetter trug natürlich seinen Teil dazu bei. Der arme David hatte als Erster an der Front gut zu schuften und 40 Minuten durch den Tiefschnee stapfen, bei dem man mit jedem zweiten oder dritten Schritt bis zum Oberschenkel einsinkt, ist eine ordentliche Sporteinheit. So haben wir uns also alle ein richtig gutes, ausgiebiges Abendessen verdient!

Bevor wir dies aber genießen dürfen erfolgt der alltägliche Tagesrückblick und die Vorschau auf morgen. Da wollen wir dann in Kings- und Krossfjord und bereits um 06:00 Uhr beginnt die erste Zodiac-Cruise. Wir haben so einiges vor und wollen nun auch endlich ein paar Ornithologen an Bord so richtig glücklich machen. Wir werden die 14. Juli Bucht also mit dem Zodiac durchfahren, auf Ny Ålesund eine kleine „Stadtführung“ machen und später noch die Blomstrand-Halbinsel besuchen.

Arne darf kurz vor dem Dinner mit seinem Vortrag „Der bequeme Weg – der Flug zum Nordpol“ die Laune der Gäste an Bord noch einmal richtig heben und zaubert mit seiner charmanten und witzigen Art, Vorträge über die Geschichte zu halten, jedem ein Lachen ins Gesicht.

Wir hoffen, morgen mit genau so schönem Wetter wie heute gesegnet zu werden, doch wir müssen uns überraschen lassen und die Voraussagen sehen leider nicht gut aus … Aber wie wir gelernt haben, lässt dich das Wetter der Arktis so gar nicht gern in die Karten schauen – also heißt es abwarten.

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