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Simon Bober in der Arktis
Publiziert: Donnerstag, den 17. Juli 2014

Die Polar-Kreuzfahrten Guides stellen sich vor

Heute: Simon Bober

Geburtsjahr: 1988
Geburtsort: Hamburg
Wohnort: Hamburg
Vom Polarvirus infiziert am: direkt infiziert 2011
Polare Themenschwerpunkte: Biologie

Wann war Dein erster Einsatz als Guide auf Spitzbergen und mit welchem Schiff warst Du unterwegs?

Mein erstes Jahr mit Polarkreuzfahrten war August 2012 auf der MS Quest.

Das erste Mal… einem Eisbären in seinem Lebensraum begegnen – Wann war es bei Dir soweit und was hast Du gedacht und gefühlt?

Auf einem Forschungsschiff 2011, gedacht: viel zu weit weg Quest 2012, gedacht: ohne Worte!

Hast Du ein Erlebnis auf einer Tour mit Polar-Kreuzfahrten, welches Dir besonders in Erinnerung geblieben ist? Wenn ja welches? Wenn nicht gibt es bestimmt etwas, was Du unbedingt noch erleben möchtest?

Ich werde nie meinen erste Zodiac Cruise bei Kvitøya vergessen! Die Ansage war: wenn wir von der Brücke Bären sehen, gehen wir nicht an Land. Allein von der Brücke haben wir schon über zehn Bären gezählt! So wurde es dann nur ein Cruise, aber es wurde zu einem unvergesslichen Erlebnis. Es war genauso wie sich ein Laie Spitzbergen wahrscheinlich vorstellt… (Das Bild was viele im Kopf haben, wenn ich sage ich gehe studieren nach Spitzbergen).

Hinter jedem Fels, nach jeder Landzunge waren neue Bären. Im Wasser und an Land tummelten sich Horden von Walrossen -Junge, alte, Männchen, Weibchen! Die Luft war erfüllt von Raubmöwen. Aber nicht die übliche Schmarotzerraubmöwe, sondern die seltenste Raubmöwe Spitzbergens, die Spatelraubmöwe! Die Bären koexistierten auf wenigen hundert Meter Distanz zueinander ohne eine Spur von Aggression. Wir hatten am Ende um die 20 Bären gezählt, auf einer Distanz von vielleicht 3 km!

Für mich ist Kvitøya von daher die Quintessenz Spitzbergens!

Welche Deiner vielfältigen Aufgaben als Mitglied eines Expeditionsteams macht Dir am meisten Spass?

Ich denke es ist ein bisschen von Allem. Natürlich wird es nie langweilig ein Zodiac durch das Eis zu manövrieren, aber auch die Momente an Bord, wenn Bären bis ans Schiff kommen oder Wale auf wenige Meter Entfernung blasen, möchte ich nicht missen. Genauso sind Vorträge und Gespräche ein essentieller Teil der nicht fehlen darf. Ich würde die Arbeit ungern auf einen kleinen Teil reduzieren wollen.

Bringt die kleine Gruppe und die familiäre Atmosphäre an Bord der MS Quest Vorteile für Deine Arbeit? Und für die Gäste?

Natürlich hat man auf einem kleinen Schiff ein ganz anderes Verhältnis zu den Gästen. Spätestens am zweiten Tag kennt jeder jeden und es stellt sich eine angenehm herzliche Atmosphäre an Bord ein.

Es sind Reisen von Liebhabern für Liebhaber! Das gilt sowohl für die Guides als auch für das Team hier in Deutschland. Ich denke das macht den Unterschied aus.

Was tust Du in der Zeit, wenn Du gerade mal nicht als Guide eine Expeditionskreuzfahrt begleitest?

Studiere Biologie an der Universität Hamburg aber ich widme auch einen Großteil meiner Zeit der Fotografie.

Was sagt Deine Familie zu Deinem nicht ganz ungefährlichen Job?

Die freuen sich natürlich, dass mir die Möglichkeit gegeben ist immer wieder in meine gefühlte zweite Heimat zurückzukehren. Bei guter Planung denke ich nicht, dass das Bewegen in Spitzbergen gefährlicher ist als ein urbanes Leben. In Spitzbergen lässt sich die Gefahr auf wenige Faktoren minimieren… das ist in einer Stadt nicht der Fall.

Mal abgesehen von Spitzbergen – Welche Regionen der Erde haben es Dir besonders angetan oder gibt es ein Ziel (Ziele?), das Du noch nicht kennst aber unbedingt einmal in Deinem Leben sehen möchtest?

Ich reise gern und viel mit meiner Verlobten, besonders wohl fühlen wir uns immer wieder in Asien.

In den letzten Jahren haben wir schon einige schöne Orte besucht, aber das tolle am Reisen ist, dass man nie damit abschließt. Es gibt noch so viele weiße Flecke auf der Landkarte, dass ich lieber gar nicht erst anfange…

Zum Abschluss ganz kurz in einem Wort: Eine Expeditionskreuzfahrt nach Spitzbergen mit Polar-Kreuzfahrten ist …

… eine Erfahrung die man nie vergessen wird.

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