Polar-Blog | Meldung aus der Kategorie: Spitzbergen: 24.07. – 03.08.2014

Publiziert: Mittwoch, den 06. August 2014

Teil 2 der verzögerten Blogeinträge zur Spitzbergen-Umrundung

Nach berechtigter Kritik folgen hier die nächsten 4 Tagesberichte zur Spitzbergen-Umrundung vom 24.07. – 03.08.2014 an Bord der MS Quest:

Zum großen Teil liegt die Verzögerung definitiv an uns im Büro – allerdings scheint auf der Tour auch so viel los gewesen zu sein, dass auch die Guides nicht ganz hinterher kommen. Uns fehlt noch der 01. & 02.08. – Ist bei Simon angefragt!

Tag 5 (28.07.14)

Die Sonne schien uns entgegen, als wir um 8:30 Uhr in unsere Zodiacs stiegen und losfuhren Richtung Alkefjellet. Dies ist ein Vogelfelsen. An die 200.000 Vögel fliegen an der steilen Basaltküste umher. Die meisten der Vögel hier sind Dickschnabellummen, welche hier brüten, aber auch einige Dreizehenmöwen. Die Küken sind noch winzig klein, und es ist schwierig einen Blick von ihnen zu erhaschen. Zweimal sahen wir eine Eismöwe ein Küken verspeisen. Auch zwei Polarfüchse „wetzten“ behände zwischen den Klippen und steilen Wiesenstücken hin und her. Es gab viel zu sehen, und plötzlich hieß es wieder „Zwergwal“ auf 7 Uhr! (Richtungsangabe im Zodiac). Zurück am Schiff ging es dann weiter die Hinlopenstraße Richtung Süden runter und am späteren Nachmittag stiegen wir nochmals in unsere Zodiacs und erkundigten die Pescheloya. Es war neblig und die Insel schien karg und leer, ein Stück Niemandsland. Nachdem wir die Pescheloya umrundet hatten, machten wir noch einen kleinen Abstecher zu Doveneset – und siehe da – eine Eisbärin! Zwischen den Steinen lag eine Bärin. Mit gebührendem Abstand konnten wir das Tier anschauen von unseren Zodiacs aus. Später am Abend fuhren wir dann beim Bråsvellbreen vorbei, ein Teil der Austfonna Eiskappe, ein Gletscher über 8.400 km² gross! Von 20 Metern Höhe ergoss sich das Wasser aus den Schmelzwasser-Kanälen in das Meer hinein.

Tag 6 (29.07.14)

Heute waren wir endlich am langersehnten Packeis angelangt! Wir befanden uns nordöstlich der riesigen Austfonna Eiskappe, rund um uns trieb Gletschereis, Packeis, Meereis, Eisberge… Eis, Eis, Eis.. Wir genossen gerade die Aussicht, als die Durchsage kam: Eisbär! Der Bär hatte gerade eine Robbe gefangen und saß nun voll gefressen und demonstrativ auf seiner Beute. Vorsichtig näherte sich die MS Quest dem Bären. Etwa eine Stunde konnten wir den Eisbären beobachten. Am Nachmittag hieß es: Zodiacs in’s Wasser lassen und wir machten uns auf zu einer Fahrt zwischen den Eisschollen. Und ehe wir uns versahen, parkten unsere Guides die Zodiacs auf einer großen Eisscholle. Damit hatte nun keiner gerechnet. Circa 280 m tiefes Meer unter uns, standen wir also auf einer Eisscholle mitten im Packeis! Unsere jüngsten Passagiere fingen an Schneeengel und Schneeballschlacht auf dem Eis zu machen, ein ganz besonderes Erlebnis.

Tag 7 (30.07.14)

Wir blieben noch einen Tag im Eis. Der Tag fing mit einem weiteren Eisbären an – noch vor dem Frühstück kam die Durchsage! Das war ein Tagesbeginn! So standen wir also schon in aller Früh draußen auf der Reling und erfreuten uns am „Guten-Morgen-Bär“. Wir folgten ihm noch eine Weile mit gebührendem Abstand, dann ließen wir ihn von dannen ziehen und begaben uns zum Frühstück. Aber kaum fertig gefrühstückt hieß es wieder: Eisbär! Und diesmal stiegen wir in unsere Zodiacs! In 25 Minuten waren die Guides und Zodiacs unten bereit und dann ging es los in Richtung Bären. Dieser schlief auf einer erhöhten Eisscholle und ließ sich durch nichts beirren. Manchmal hob er knapp ein wenig den Kopf, beäugte uns, verschränkte seine Vorderpfoten und legte sich wieder hin. Um 14 Uhr kam der nächste Programmpunkt: Polar Taufe! Die ganz Mutigen unter uns wagten den Sprung in`s 1° kalte Wasser! Und mutig nicht nur wegen des kalten Wasser’s … Wie wir später von Simon erfuhren, war der Grönlandhai wohl immer in unserer Nähe! 😉 Die Tapferkeit der Schwimmer wurde dann auch mit einem Abzeichen belohnt „I survived the Greenland Shark“! Und bevor der Tag zur Neige ging, spazierte auch tatsächlich Eisbär Nummer Drei an der MS Quest vorbei.

Tag 8 (31.07.14)

Nun waren wir also bereits auf dem Weg nach Süden, besser gesagt durch den Freemansund, zwischen Barentsøya und Edgeøya. Eine Landung auf Kapp Waldburg stand an – Plan A… doch ein Eisbär kreuzte unsere Pläne. Am Berghang sah man einen kleinen gelben Fleck – mit vier Beinen. Na dann, auf zu Plan B – Rindedalen. Aber heute war der Bär los: Eine Bärin mit Jungtier war weit oben am Berghang zu sehen! Wir ließen dennoch die Zodiacs zu Wasser und nachdem unser Expeditionsteam die Lage näher betrachtet hat, entschlossen wir uns zu einem Landgang. Nach drei Tagen hatten wir also wieder einmal Land unter den Füßen. Die Bären waren in weiter Entfernung nur als winzige Punkte sichtbar. Nach dem Abendessen fuhren wir an die Ostküste der Hauptinsel Spitzbergen und gingen im Boltodden an Land. Ein Teil der Gruppe erklomm einen über 300 m hohen Berg  und hatte eine grandiose Aussicht von einer Steilklippe.

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