Silvester in der Antarktis
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Die unter norwegischer Verwaltung stehende arktische Inselgruppe Svalbard wird im deutschen Sprachgebrauch meist Spitzbergen genannt, nach der traditionellen Bezeichnung der zentralen Inselgruppe um die Hauptinsel Spitzbergen.
Svalbard bedeutet so viel wie "kalte Küste". Der Archipel liegt nördlich des Polarkreises, etwa auf halbem Weg zwischen Norwegen und dem nur etwa 1300 km weit entfernten Nordpol zwischen 74° und 81° nördlicher Breite und 10° und 35° östlicher Länge im Arktischen Ozean. Zum Archipel mit den größten Inseln Spitzbergen, Nordaustland, Edgeøya, Barentsøya und dem Prins Karls Forlandet gehören auch Bjørnøya, King Karls Land und Kvitoya (White Island). Mit 1717 m ist der Newtontoppen in Ny Friesland im Nordosten der Hauptinsel Spitzbergen die höchste Erhebung Svalbards.
Wie der Name sagt, besitzt der Archipel um Spitzbergen ausgesprochen gebirgige Teile, mit alpin-schroffen Gebirgszügen vor allem an der Westküste. Hier und im Nordwesten Spitzbergens finden sich eine Reihe von landschaftlich spektuakulären Fjorden mit eindrucksvoller alpiner Berg- und Gletscherwelt.
Etwa 60% des Landes sind von Gletschern bedeckt, die Tendenz ist allerdings abnehmend.
Das arktische Klima Svalbards ist von Ausläufern des Golfstroms beeinflusst, der die West- und Nordküste fast das ganze Jahr über schiffbar hält und dort für ein milderes Klima sorgt. Der hochpolare Osten Svalbards liegt dagegen unter dem Einfluss kalter Meeresströmungen aus dem Nordosten, die bis in den Sommer Treibeis mit sich führen. Die Durchschnittstemperaturen liegen im Sommer bei bis zu 5°C, im Winter bei -12°C. Dabei ist die Westküste deutlich wärmer als die Ostküste.
Die Mitternachtssonne scheint in Longyearbyen für 4 Monate, etwa vom 20. April bis 22. August, die Polarnacht dauert dort vom 26 Oktober bis 15. Februar.
Möglicherweise haben Wikinger oder Russen Spitzbergen schon im 12. Jahrhundert entdeckt. Altnordische Geschichten erzählen jedenfalls von einem Land Svalbard, was sich aber auch auf Jan Mayen oder einen Teil Ostgrönlands beziehen könnte. Offiziell entdeckt wurde Spitzbergen 1596 von Willem Barents, einem Niederländischen Seefahrer und Entdecker, der die Hauptinsel des Archipels nach den schroffen Bergspitzen "Spitzbergen" nannte.
Im 17. und 18. Jahrhundert dienten die Inseln als Basis der Walfangindustrie und als Sitz von Basislagern für Expeditionen in die Arktis.
Besiedelt wurde Svalbard erst ab etwa 1900 wegen seiner reichen Kohlevorkommen, für die sich besonders die Sowjetunion interessierte. Heute ist sie auch der Sitz von Forschungseinrichtungen, die sich mit der Arktisforschung befassen.
Drei Inseln sind heute bewohnt: Spitzbergen, Bjørnøya und Hopen. Die Hauptstadt und größte Siedlung ist Longyerbyen (Longyear Stadt) im Isfjord, mit einer Bevölkerung von etwa 1800 Personen.
Die zweitgrößte Siedlung, Barentsburg, ist die einzige verbliebene russische Ansiedlung auf Svalbard. Sie ist gut 30 Kilometer von Longyearbyen entfernt am Isfjord gelegen. Hier leben noch etwa 600 russische und ukrainische Bergarbeiter.
Menschen, die in Svalbard geboren und begraben sind, kennt man kaum. Die etwa 3500 Einheimischen, Klimaforscher, Arbeiter oder Trapper bleiben nur für kurze Zeit, ein oder zwei Jahre, kaum einen hält es länger als ein Jahrzehnt in dieser menschenfeindlichen Umgebung.
Spitzbergen bietet ein wahres Kaleidoskop der arktischen Landschaftstypen. Auf relativ kleinem Raum bekommt der Reisende einen hervorragenden Eindruck von der Schönheit der Arktis. Neben kleinen Expeditionsschiffen fahren in den letzten Jahren immer mehr Kreuzfahrtschiffe der bekannten Kreuzfahrtveranstalter nach Spitzbergen. Da deren Schiffe meist keine Eisklasse haben, beschränken sich diese Reisen auf die im Sommer meist eisfreie Westküste. Dabei werden hauptsächlich die tiefen Fjorde, wie der Isfjord (an dem auch Longyearbyen liegt), der Kongsfjord (Ny Alsesud) und der Magdalenenfjord befahren.
Will man etwas mehr als die Souvenirshops dieser Orte erleben, sollte man auf kleine Expeditionsschiffe ausweichen. Auf diesen Reisen mit maximal 50 Passagieren liegt der Fokus weniger auf dem Kreuzfahrtprogramm sondern mehr auf einem intensiven Erlebnis der Natur. Naturkundliche Vorträge der Lektoren und Expeditionsleiter runden das naturnahe Reiseprogramm ab. Aufgrund der geringen Größe der Schiffe können sie sich den Luxus leisten ohne eigentlichen Fahrplan zu reisen. Dies ist in Spitzbergen besonders wichtig, da sich sowohl die Eis- als auch die Wettersituation schnell ändern kann. Aber auch Tierbeobachtungen von Eisbären, Walrossen oder Walen lassen sich so problemlos in den Expeditionsverlauf einfügen.
Auf Expeditionsreisen werden täglich meist zwei Anlandungen mit Zodiacs unternommen. Diese Landausflüge sind bei den Expeditionsreisen meist im Reisepreis inkludiert. Auf den Exkursionen werden die Reisenden von bewaffneten "Polar Bear Guards" begleitet. Durch die ständige Gefahr auf einen hungrigen Eisbären zu treffen müssen die Gruppen eng zusammen bleiben. An Land halten die Expeditionsleiter meist Vorträge über die Besonderheiten Spitzbergens. Mal geht es um das Brutverhalten der Vögel, mal um die Walrossgruppe die man gerade beobachtet oder die Reisenden hören spannende Geschichten von den Walfängern, Abenteurern oder Forschern, die in diesen polaren Gebieten lebten.