Reisetipps Antarktis
Ratschläge Antarktis
Mit diesen Ratschlägen möchten wir Antarktis-Reisenden ein paar Tipps zur Vorbereitung geben, damit Ihnen Ihre Expeditionskreuzfahrt in die Antarktis immer in bester Erinnerung bleiben wird.
Vorbereitungen
Jede Reise braucht ihre Vorbereitungen. Besonders aber Antarktis-Reisen, die meist früh gebucht werden müssen, da die eistauglichen Schiffe sowie die Teilnehmer-Anzahl auf diesen beschränkt ist. Zur Auswahl stehen Schiffe und Kabinen diverser Kategorien, von komfortabel bis Luxus. Ein großartiges Erlebnis ist es für Sie allemal - und die Expeditions-Leiter und Schiffsmannschaften werden ihr Bestes geben, damit Ihre Reise ein Erlebnis und eine wirkliche Expedition wird. Allerdings können Sie nur auf den kleineren Expeditionsschiffen das maximale Naturerlebnis genießen, denn aufgrund der Bestimmungen dürfen immer nur 100 Passagiere gleichzeitig an Land gehen. D.h. wenn sie auf einem Schiff mit z.B. 250 Passagieren in die Antarktis reisen, werden die Passagiere in drei Gruppen eingeteilt und an Land sprichwörtlich durchgeschleust bzw. abgefertigt werden!
Vergessen Sie nichts, was Sie auf Ihrer Reise unbedingt benötigen. Es wird nicht einfach sein Ersatz zu beschaffen. Einerseits, da Sie für die Antarktis warme Kleider brauchen und Sie im hochsommerlichen Südamerika kaum ein Geschäft finden werden um das Vergessene zu besorgen; andererseits, da sich die Schiffs-Boutiquen auf ein Platzminimum beschränken müssen und Ihre gewünschte Größe oder Farbe nicht vorhanden sein könnte. Das gleiche gilt auch für Medikamente, Batterien, Filme und vieles mehr.
Zur Rettung sei bemerkt, dass in Ushuaia (Argentinien) ein paar spezialisierte Läden ein Outdoor - Sortiment führen und auch Filme und Batterien für die Kamera besorgt werden können. Aber: Vergessen Sie nicht, daß Sie in Südamerika sind wo Siesta groß geschrieben und eingehalten wird. Über die Mittagszeit bis 15.00 Uhr sind alle Läden geschlossen! Ihre Vergesslichkeit wird auch noch dadurch bestraft, dass Filme, Speicherkarten und Batterien meist teurer als zu Hause sind.
Post
Vergessen Sie nicht an Ihrem Ausgangshafen ein paar Ansichtskarten zu kaufen. Es könnte sein, dass die Auswahl auf dem Schiff nicht groß ist. Kaufen Sie jedoch noch keine Briefmarken, denn Sie wissen noch nicht, wo Ihre Post aufgegeben wird. Diese Arbeit übernimmt für Sie meistens das Schiffsbüro, das Ihre Karten auch frankiert. Der Betrag wird Ihrem Schiffskonto belastet.
Wollen Sie ihre Karten selber zur Post bringen, gibt es in der Antarktis Stationen wie zum Beispiel Port Lockroy - eine englische Wetterstation mit kleinem Museum und einem sehr guten Postbüro mit schönen Antarktis-Briefmarken. Sie können hier jedoch nur Briefe oder Karten mit britischen Wertzeichen aufgeben, da Sie sich auf britischem Hoheitsgebiet befinden; die Post wird von britischen Versorgungsschiffen zu der britischen Versorgungs- und Forschungs-Station Rothera gebracht, von wo aus sie per Flugzeug über die Falkland Inseln den Weg zu Ihnen findet. Wundern Sie sich also nicht, wenn Ihre Lieben zu Hause bei ihrer Rückkehr noch keine Karten erhalten haben – es kann mehrere Wochen dauern!
Gepäck
Für eine Antarktisexpedition werden Sie ihren Ort im europäischen Winter verlassen und 13 Stunden später im südamerikanischen Hochsommer landen. Denken Sie also bereits beim Anziehen und Packen daran, dass die nach der Landung nicht mehr benötigte, warme Kleidung im Handgepäck noch Platz findet. Apropos Handgepäck: Dies ist beschränkt auf einen kleinen Koffer, nicht größer als 114 cm (L+B+H) mit einem maximalen Gewicht von 8-10 kg je nach Fluggesellschaft (in der Business-Klasse 2 mal 8-10 kg), und die Handtasche oder Fototasche. Auch in Südamerika gelten die gleichen Bestimmungen für die Weiterflüge zu Ihrem Einschiffungshafen.
Seien Sie vorsichtig mit Ihrem Gepäck, besonders wenn Sie in Transit reisen müssen um Ihren Bestimmungsort zu erreichen. Geben Sie die Gepäckstücke nur etappenweise auf. So können Sie sofort reagieren wenn das Gepäck nicht ankommen sollte; es kommt immer wieder vor, dass herrenlose Koffer irgendwo auf der Welt auf einem Förderband auf den Besitzer warten. Die Etappen-Aufgabe von Gepäckstücken ist zwar etwas mühsam, aber man weiß wenigstens auf welchem Teilstück Ihrer Reise die zuständigen Stellen suchen müssen. Wenn Sie auch noch in Buenos Aires oder Santiago einen oder zwei „Puffertage“ einlegen, haben Sie große Chancen, daß Sie Ihr Gepäck wieder finden. Was machen Sie auch ohne warme Handschuhe in der Antarktis?
Noch einige nützliche Tipps:
· Sonnenbrille z.B. „Adidas Jasper“ mit auswechselbaren Sonnengläsern (mind. Faktor 3), einsteckbarem Korrekturclip, Schaumstoff-Windschutz und sogar Nasenschutz.
· Sonnencreme, Lippenstift mit hohem Schutzfaktor.
· Je nach Empfindlichkeit empfiehlt sich auch eine Kälteschutzcreme (aber vor der Sonnencreme auftragen!)
· Rucksack oder Fototasche mit Regenhülle (Spritzwasserschutz bei Zodiac-Fahrten); von "Loewe Pro" gibt es Fototaschen in diversen Größen mit integrierter Regenhülle.
· Für Rücksäcke gibt es Regenhüllen, denn gerade die Reißverschlüsse sind nicht vollständig wasserdicht.
· Toppits Zipp-Lock Beutel, darin kann Diverses wasserdicht verpackt werden!
· Nehmen Sie genügend Filmmaterial oder Speichermedien mit, mindestens das Doppelte dessen was Sie auf eine andere Reise mitnehmen würden.
· Ob Sie analoge oder digitale Fotos schießen wollen spielt keine Rolle. Beide Techniken funktionieren in der Antarktis in gleicher Weise.
· Schlüsselbändel für Kabinenschlüssel.
· Kleine Trinkflasche, damit Sie kaltes oder heißes Wasser auch mit aufs Zimmer oder auf einen Ausflug mitnehmen können. Auf einigen Schiffen ist aber ein stets nachgefüllter Kühlschrank mit Soft-Drinks in der Kabine im Preis inbegriffen.
· Wäscheklammern zum Verschließen der Vorhänge, denn es ist auch während der Nacht meistens hell.
· Schlafbrille (evtl. aus dem Flugzeug mitnehmen).
· Wäscheleine (ist nicht auf allen Schiffen vorhanden), z.B. Reepschnur (auch in
Sportgeschäften erhältlich, gut auch als Schlüsselband oder Ersatzschuhband).
· Aufblasbare Kleiderbügel (Hemden, Pullover, Hosen trocknen so noch schneller).
· Waschmittel (für Mikrofasern, Gore-Tex Spezialwaschmittel im Sportgeschäft). Flüssigwaschmittel mitnehmen, denn Pulver könnte vom Zoll mit Drogen verwechselt werden!
· Kulturbeutel zum Aufhängen für Toilettensachen, da der Abstellplatz beschränkt und bei höheren Wellen gefährlich ist. Haken sind meist genügend vorhanden.
· Lebenswichtige Medikamente dopplet mitnehmen und in verschiedene Handgepäckstücke verpacken . Lebenswichtige Medikamente gehören auch auf jeden Zodiac- oder Helikopterausflug, gut verpackt in einem Zipp-Lock-Beutel.
· Tabletten gegen Seekrankheit, z.B. Stugeron.
Am Besten beginnt man mit der Einnahme der Tabletten am Abend vor der Schiffsreise (unbedingt die Packungsbeilage beachten!). Nach ein paar Tagen hat sich der Gleichgewichtssinn an das Schaukeln gewöhnt und weitere Tabletten sind nur bei hohem Seegang nötig.








