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Walross

engl.: Walrus
lat.: Odobenus rosmarus


Länge:
3-3.5 m (m), 2.5-3 m (w)
Gewicht: 1500 kg (m), 800 kg (w)

Das Walross ist nicht etwa, wie der Name vermuten ließe, mit Walen oder Huftieren verwandt, sondern eine Robbe (Pinnipedia, d.h. Flossenfüsser) und gehört damit zur Ordnung der Raubtiere (Carnivora). Der lateinische Name Odobenus rosmarus leitet sich vom griechischen odous (Zahn) und baino (gehen) ab und bezieht sich auf die Beobachtung, dass Walrosse sich mit ihren Stoßzähnen an Land ziehen können. 

Beschreibung

Ausgewachsene Walrosse sind sehr leicht an ihren oberen Eckzähnen zu erkennen, die sowohl bei männlichen als auch bei weiblichen Tieren zu langen Stoßzähnen ausgebildet sind. Diese Hauer können bei großen Bullen bis zu einem Meter lang und 5 kg schwer sein und werden für Rangkämpfe innerhalb der Herde benutzt.
Von der Oberlippe der Tiere hängt der aus hunderten von Tasthaaren bestehende Borstenbart, der bei in freier Wildbahn lebenden Tieren durch Abnutzung allerdings weniger beeindruckend wirkt als bei Zootieren.
Die Farbe der Walrosse wechselt von rosa bis zimt-braun zu hell, wenn die Tiere sich in kaltem Wasser befinden. Die Tiere können die Blutzufuhr zur Haut der Umgebungstemperatur anpassen und damit ihre Körpertemperatur regeln. Ist es zu heiß, wird Blut zur Haut gepumpt, die dann rosig wirkt.
Die Haut der Tiere ist bis zu 4 cm dick, die Fettschicht darunter bis zu 15 cm. Sie ist sehr faltig, was dem Schutz vor den Hauern der Männchen oder vor Orkas und Eisbären dient.
Walrosse haben wie Seehunde keine Ohrmuscheln. Wie Seelöwen können sie ihre Hinterbeine unter den Körper drehen und sich auf rauhem Untergrund auf allen Vieren - allerdings eher wenig elegant - fortbewegen.

Lebensweise

Walrosse leben in großen Herden, die mehr als 2000 Individuen umfassen können. Die großen Bullen haben einen Harem, den sie gegen andere Männchen verteidigen.
So lethargisch Walrosse an Land wirken, im Wasser sind Walrosse in ihrem Element. Sie sind lebhafte und schnelle Schwimmer, die eine Geschwindigkeit von bis zu 35 km/h erreichen können, durchschnittlich sind es etwa 7 km/h. Sie können bis zu 30 Minuten tauchen.
Walrosse können bis zu 40 Jahre alt werden. Ihre natürlichen Feinde sind Orkas und Eisbären, die aber auch nur in größter Not ein Walross angreifen.

Lebensraum

Die Tiere halten sich bevorzugt in relativ flachen Küstengewässern mit Wassertiefen bis zu 90 m auf. Sie leben meist auf dem Treibeis der Arktis und gelegentlich auf kleinen Felseninseln.
Walrosse leben in mehreren getrennten Populationen im Arktischen Meer, sowohl im Pazifik als auch im Atlantik. Sie ziehen oft tausende von Kilometern in ihre Sommerquartiere.
Pazifische Walrosse verbringen den Sommer nördlich der Bering Strasse und den Winter in der Bering-See.
Die Atlantischen Walrosse leben zwischen der Westküste Grönlands und der Hudson Bay, an der Ostküste Grönlands oder zwischen Spitzbergen und der Nordwestküste Sibiriens. Auch vor den Küsten der britischen Inseln sowie an der französischen und spanischen Küste wurden schon vereinzelt Walrosse gesichtet. Eine weitere Population lebt an der Nordküste Sibiriens.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit von Walrossen ist Dezember bis März. Die Männchen präsentieren sich den ruhenden Kühen vom Wasser aus und versuchen, durch Zähneklappern, Pfiffe und glockenartige Geräusche ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen. Die Paarung findet unter Wasser statt.
Alle 2-3 Jahre bringen die Kühe nach 15 bis 16 Monaten Tragzeit ein einziges, gut entwickeltes Jungtier zur Welt. Die Jungen werden zwischen April und Juni meist auf dem Eis geboren. Die Neugeborenen sind über 1 m lang, wiegen 45-75 kg und können schwimmen. Sie haben aschgraues bis braunes, dichtes, kurzes Fell. Innerhalb weniger Wochen wird der Pelz rotbraun. Die Kälber werden bis zu 2 Jahre gesäugt, auch im Wasser. Dabei schwimmen die Kühe aufrecht im Wasser, unterstützt durch Luftsäcke der Kehle, die ihren Kopf aus dem Wasser halten. Die Jungtiere saugen kopfunter.
Die Kühe verteidigen und beschützen ihre Kälber und gewähren ihnen unter der Brust zwischen ihren Vorderflossen Zuflucht. Im Wasser reiten die Kälber oft auf dem Rücken der Mutter.

Nahrung

Die Kolosse ernähren sich hauptsächlich von Muscheln, die zwischen den Vorderflossen oder den Lippen geknackt werden. Pro Tag kann ein Walross davon angeblich bis zu 6000 Stück (etwa 45 kg) verzehren. Daneben fressen sie auch andere kleine Wirbellose wie Krebse und Tintenfische, Würmer, Weichkorallen oder Seegurke.
Beim Aufspüren ihrer Beute bedienen sich die Tiere ihrer Tasthaare. Dabei wühlen sie den Meeresboden mit ihren Flossen oder der Schnauze auf. Alternativ können sie mit dem Maul einen Wasserstrahl erzeugen, der vergrabene Wirbellose freilegt. Die Stoßzähne werden entgegen landläufiger Meinung nicht zur Nahrungssuche eingesetzt.
Muscheln und andere Weichtiere machen oft den Hauptbestandteil ihrer Nahrung aus.

Anmerkungen

Walrosse können im Wasser schwimmend schlafen. Luftsäcke der Kehle halten den Kopf der Tiere dabei über Wasser.

Für viele der Eskimo an arktischen Küsten waren Walrosse lebenswichtig. Das Fleisch war Nahrung für Mensch und Hund, das Öl ebenfalls Nahrungsmittel und Lichtquelle sowie Heizung in Öllampen. Die Haut wurde für den Bootsbau benutzt, der Darm für wasserdichte Kleidung, Fenster und Flösse. Die Stoßzähne wurden für Speerspitzen genutzt oder zu Gebrauchs- oder Kunstgegenständen verarbeitet und die Knochen wurden in Speerspitzen verarbeitet.

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