Gletscher
Gletscher sind Flüsse aus Eis. Wir kennen Eis als gefrorenes Wasser. Das Eis der Gletscher aber ist kompaktierter Schnee, der durch sein Eigengewicht zusammengedrückt wird und sich über Firnschnee und Firneis zu festem Eis entwickelt. Dieser Vorgang dauert etwa 100 Jahre. Das so entstandene Weißeis enthält noch ca. 6-8% Luft.
Ihr Eigengewicht und die Schwerkraft lassen die Gletscher talwärts fließen. Dabei zeigt das Gletschereis ein plastisches Fließverhalten. Durch diese Fließvorgänge wird die Luft aus dem Eis entfernt, und es entsteht nahezu luftfreies, blaues Eis. Bei hohen Fließgeschwindigkeiten bedingt durch steile Berghänge und bei geringer Auflast, das heißt im oberen Teil des Gletschers, verhält sich das Gletschereis brüchig und es entstehen senkrecht zur Fließrichtung Gletscherspalten. Die Fließgeschwindigkeit ist auch abhängig von der Mächtigkeit des Eises: je dicker desto schneller. Dadurch nimmt die Geschwindigkeit des Gletschers von unten nach oben und von der Seite zur Mitte hin zu. Dies führt zu bogenförmigen, talwärts gebogenen Geschwindigkeitslinien. Die Geschwindigkeit der Gletscher liegt bei ein bis zu mehreren Metern pro Tag. Ein außergewöhnliches Phänomen, das besonders bei ca. 20% der nordamerikanischen Gletscher auftritt, aber auch in anderen Gebieten beobachtet wird, sind sogenannte 'Surges'. Das sind schnelle, kurzfristige Vorstöße, bei denen der Gletscher sich mehrere 10er Meter pro Tag bewegt.
Die Gletscher haben eine hohe Erosionskraft und prägen dadurch das Landschaftsbild. Sie schaffen typische U-Täler mit übersteilen Seitenhängen. Fließen mehrere Gletscher aus Seitentälern zu einem Gletscher zusammen, entstehen Hängetäler. Die Gletscher glätten den Untergrund durch Gletscherschliff und hinterlassen Rundhöcker, abgerundete Bergrücken und Gletscherschrammen im Gestein und in mitgeschleppten Geschieben.

















