Bäreninsel & Spitzbergen unter Segeln
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Die Inselgruppe der Falklands umfaßt ca. 420 Inseln mit einer Gesamtfläche von ungefähr 12.000 km² und liegt 450 km nordöstlich von Feuerland und 600 km östlich von Patagonien. Der Falkland-Sund trennt die beiden Hauptinseln Ost- und West-Falkland. Diese haben teilweise Mittelgebirgscharakter mit Höhen bis zu 700 m, die aus gefalteten Sedimenten des Paläozoikums und des Mezozoikums bestehen. Das Klima der Inselgruppe ist kalt und ozeanisch und wird durch die isolierte Lage im Südatlantik geprägt. Die Durchschnittstemperatur liegt im Hochsommer bei ca. +10°C, im Winter bei +7°C. Die Niederschläge bewegen sich je nach Luv- oder Leelage innerhalb der überwiegenden, konstanten Westwinde zwischen 400 und 650 mm.
Die Inseln liegen auf einer Ausbuchtung des Kontinentalschelfs vor der patagonischen Küste. Die unterschiedlichen warmen und kalten Meeresströmungen über dem Kontinentalschelf, ein niedriger Salzgehalt aufgrund des Abschmelzens vieler Eisberge sowie vertikale Wasserbewegungen bedingen einen außergewöhnlichen Nährstoffreichtum, auf dem die Krillvorkommen und die damit verbundenen reichen Fischgründe beruhen. Die 33 Felsenpinguin-Kolonien auf den Falkland-Inseln sind natürlich auch von diesem saisonal sehr unterschiedlichen Nahrungsangebot abhängig. Das Vorkommen von riesigen Algenpolstern an fast allen Küstenbereichen, einzelne Algen können über 30 m lang werden, hat dazu geführt, daß man die Einwohner der Falkland-Inseln auch "Kelper" nennt (engl. kelp = Algen).
Die Küsten weisen in ihrem Tidebereich ein reiches marines Leben auf, an dem viele Vogel- und einige Robbenarten beteiligt sind. Während auf den Hauptinseln - überhaupt überall dort, wo man Schaf- und Rinderzucht betrieb - das landschaftsprägende Tussockgras mit den bis zu 3 m hohen Bulten verdrängt wurde, weisen kleinere Inseln noch die ursprüngliche Vegetation und Tierwelt auf.
Als die erste französische Expedition unter Bougainville 1764 auf den Falkland-Inseln die erste Siedlung gründete, brachte sie Rinder, Schweine, Ziegen, Schafe und Pferde mit. So war der Startschuß zur Zerstörung der einheimischen Vegetation gefallen. Frühere Beschreibungen der Inselwelt berichten immer wieder über die überragende Bedeutung des Tussockgrases für das Landschaftsbild und die ursprüngliche Tierwelt.
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren die Falkland-Inseln von großer Bedeutung für die Versorgung von Schiffsmannschaften mit Frischfleisch. Durch Brandrodung wurden immer mehr Flächen als Viehweide umgewidmet, um 1840 schätzt man den Viehbestand auf Ost-Falkland auf ca. 80.000 Rinder. Die einheimische Tierwelt wurde aber nicht nur durch das eingeführte Vieh verdrängt, sondern auch durch Robbenschlagen, "elephant- and penguin-oiling" und das Sammeln von Pinguineiern, die man z.B. durch besondere Verfahren bis zu 9 Monate frisch halten konnte, und die von Matrosen den gewöhnlichen Hühnereiern vorgezogen wurden. Man schätzt, daß im 19. Jahrhundert über 2 Mio. Pinguine, in erster Linie Felsenpinguine, dem "penguin-oiling" zum Opfer fielen. Da man zur Produktion eines Liters Pinguinöl zwei Pinguine 'verbrauchte', läßt sich aus den exportierten Ölmengen der Verlust an Pinguinen hochrechnen. See-Elefanten wurden bis 1870 völlig ausgerottet. Pelzrobben und Seelöwen konnten nur an wenigen unzugänglichen Stellen in kleinen Gruppen überleben. Das Robbenschlagen zur Pelzproduktion wurde erst 1952 eingestellt. Die ersten Gesetze zum Tierschutz wurden zwar 1913 erlassen, einen wirksamen Schutz gibt es aber erst seit 1964. Einige Inseln, dazu gehört auch New Island, wurden 1970/71 unter Naturschutz gestellt und dienen Wissenschaftlern und Touristen heute als Anschauungsobjekt. Bis 1987 stieg die Zahl der geschützten Inseln und Areale auf 53 an, mit einer beachtlichen Flächenausdehnung.
Port Stanley, das frühere Port Jackson, war erst 1845 Hauptstadt der Falklands geworden, nachdem die Verwaltung der Inselgruppe von Port Louis dorthin verlegt worden war. In der Mitte des vorigen Jahrhunderts nahm vor allem durch die Goldfunde in Kalifornien der Schiffsverkehr stark zu. Port Stanley wurde mit seinem geschützten Naturhafen Zufluchtsort für viele im Sturm um Kap Hoorn beschädigte Schiffe. Einige Wracks aus dieser Zeit liegen heute noch im Hafen vor der Stadt. Port Stanley ist heute Hauptumschlagplatz für die auf den Inseln erzeugte Wolle. Hinzu kommen noch hohe Lizenzgebühren für Fischereirechte als staatliche Einnahmequelle, so daß die Inselgruppe inzwischen finanziell von England weitgehend unabhängig geworden ist. In beiden Weltkriegen hat sich die strategische Lage der Inseln herausgestellt, von hier aus konnte die Navy den Südatlantik kontrollieren. Erinnert sei an die Seeschlacht 1939 im Mündungsgebiet des Rio de la Plata zwischen britischen und deutschen Schiffen.
Im April 1982 gelang es argentinischen Truppen, die Falkland-Inseln für kurze Zeit zur erobern. Nach elf Wochen Kampf war aber die britische Souveränität wieder hergestellt. Dieser unsinnige Krieg, bei dem es sicher auch um vermutete Erdölvorkommen im Schelfbereich der Inseln ging, kostete über 1.500 Menschenleben - ein hoher Blutzoll für die ca. 2.000 Kelper auf der Insel, von denen nur drei während der militärischen Auseinandersetzungen ihr Leben verloren. Durch den Krieg rückte die fast in Vergessenheit geratene Inselgruppe wieder in das Bewußtsein der britischen Öffentlichkeit. Nach dem Krieg wurde die bis dahin vernachlässigte Infrastruktur von Port Stanley großzügig ausgebaut. Die Stadt erhielt eine neue Schule, ein modernes Krankenhaus, neue Straßen und Wohnsiedlungen. Nur die Entsorgungsprobleme sind auf ungewöhnliche Weise gelöst: Jeder Haushalt hat vor der Haustür in einer ausrangierten Öltonne seine eigene Müllverbrennungsanlage, zum Glück weht ständig ein scharfer Wind. Dieser hat auch dazu geführt, daß fast jedes Haus über einen großen Wintergarten verfügt, in dem nicht nur Rosen, sondern auch Tomaten gezüchtet werden. Im Sommer sind die Gärten vor den Häusern ein Blumenparadies, so empfindet man es jedenfalls, wenn man vorher einige Wochen in der Antarktis war.