Polar-Blog | Meldung aus der Kategorie: Flora & Fauna

Publiziert: Samstag, den 05. April 2014

Eisbär-Nachwuchs in München

Kleine, süße Tierbabys, wer liebt sie nicht?! Wie gut, dass wir sie in den Zoos und Tierparks ganz nah begutachten können. Vor allem kleine Eisbärenbabys sind aufgrund ihrer Seltenheit oftmals eine Riesenattraktion in den Zoos dieser Welt. Und pünktlich zum Frühlingsbeginn durften nun die Eisbärenkinder des Tierparks Hellabrunn in München ihr Außengehege erkunden.

Baby Nr. 1 und Nr. 2

Die Kleinen wurden am 09. Dezember 2013 geboren und waren bis vor kurzem noch in ihrem Mutter-Kind-Haus untergebracht. Dort konnte man die drei bereits durch Videokameras beobachten und jetzt hat man die Möglichkeit die schneeweißen Herzensbrecher draußen bei der Entdeckung ihrer neuen Welt zu sehen. Bereits vergangenes Wochenende kamen 30.000 Besucher in den Tierpark und nahmen lange Wartezeiten in Kauf, um die Jungen 10 Minuten lang zu Gesicht zu bekommen. Extra angestelltes Sicherheitspersonal kümmerte sich um den reibungslosen Ablauf und die riesige Fangemeinde harrte bis zu 2 Stunden in der Schlange zum Gehege aus. Die vier Monate alten Zwillinge sind aber auch einfach zu entzückend, um sie nicht gesehen zu haben. Bei ihrem ersten Auftritt waren außerdem auch 100 Journalisten vor Ort und hielten fest, wie sie zusammen mit ihrer Mama Giovanna im flachen Wasser spielten. Doch einen Medienrummel wie bei dem uns allen bekannten Eisbären Knut versucht der Tierpark Hellabrunn zu vermeiden. Dennoch freut man sich hier natürlich über die  großen und kleine Gäste, die sich so an den „Zwergen“ erfreuen.

Baby Nr. 3 Nur einige Tage jünger als die Zwillinge ist das Eisbärmädchen im Zoo am Meer in Bremerhaven. Die Kleine erblickte am 16. Dezember 2013 das Licht der Welt. Zusammen mit ihrer stolzen Mama Valeska hatte sie bisher noch keinen Außenauftritt. Doch auch hier blickt man der ersten Begegnung mit ihrem Freigehege mit Spannung entgegen, die Mitte April stattfinden soll. Dennoch hat das kleine nordisch Mädel etwas, was ihren Artgenossen in München noch fehlt: einen Namen! Denn Lale wurde recht schnell nach ihrer Geburt nach einer aus Bremerhaven stammenden Sängerin benannt. Das Mädchen und der Junge aus München warten noch auf ihre Namensgebung. Ob sie wohl auch mit einem „G“ beginnen werden, wie ihre Mama Giovanna? Bis zur geplanten Familienzusammenführung mit ihrem Papa im September werden sie aber bestimmt nicht mehr namenlos sein.

Berühmte Eisbärbabys

Der berühmteste Eisbär aller Zeiten ist wohl Knut aus dem zoologischen Garten in Berlin. Seine Mama Tosca brachte am 05. Dezember 2006 zwei Jungen zur Welt, da sie ihren Nachwuchs aber nicht annahm und ein Junges bereits verstarb, entschied man sich den kleinen Knut per Hand aufzuziehen. Die innige Verbindung zu seinem Tierpfleger Thomas Dörflein berührte die Welt. Dieser wohnte zeitweise sogar im Zoo, um sich rund um die Uhr um den Kleinen kümmern zu können. Zu Knuts Vorstellung waren 500 Journalisten vor Ort, die aus dem In- und Ausland kamen. Die Bilder seiner „Live-Shows“ gingen um die Welt und bewegten die Menschen. Es gab sogar Knut-Briefmarken. Später teilte sich Knut ein Gehege mit der Eisbärdame Giovanna – der Mama unserer heutigen München-Zwillinge. Tragischerweise starb Knut in einem Alter von nur vier Jahren an einer Gehirnentzündung, wegen der er ins Wasser fiel und vor den Augen der Zoobesucher ertrank.

Im Tiergarten Nürnberg zog man ebenfalls einen Eisbären per Hand auf: die süße Flocke. Ein Jahr jünger als Knut zog auch sie ein großes Medieninteresse auf sich.

Obwohl man es grundsätzlich lieber vermeidet die Eisbärbabys so stark auf den Menschen zu prägen, blieb den Pflegern auch hier keine andere Wahl. Oftmals ist es so, dass die per Hand aufgezogenen Bären früher sterben und später schlechter in der Lage sind ihren eigenen Nachwuchs aufzuziehen.

Ganz natürlich wuchs dagegen Anori auf, die im Wuppertaler Zoo am 04.01.2012 die Herzen erwärmte. Das Besondere an den Geburten der Eisbärjungen ist die Tatsache, dass Eisbärinnen es selbst regeln, ob sich ein befruchtetes Ei einnistet und weiterentwickelt. Äußerlich lässt sich nicht viel erkennen, da der Embryo noch sehr klein ist, wenn sich das Weibchen in ihre Geburtshöhle zurückzieht. Eine Ultraschall-Untersuchung ist auch nicht möglich, also tappen die Pfleger und Tierärzte solange im Dunkeln, bis die Babys tatsächlich geboren werden.

Natürlich werden zu solchen Ereignissen auch immer die Stimmen laut, die sagen Eisbären gehörten nicht in den Zoo und würden dort nicht artgerecht gehalten werden, denn sie durchstreifen in der Arktis riesige Gebiete. Doch man muss bedenken, dass die Tiere in freier Wildbahn nur deswegen so lange Wanderungen unternehmen, da sie ständig auf Nahrungssuche sind. Die Anlage in Hellabrunn ist sogar weit größer als vorgeschrieben. Solange die Tiere ausreichend beschäftigt und ihre Intelligenz gefordert wird ist es durchaus möglich, Eisbären in Zoos zu halten. Volker Homes, der Leiter für Artenschutz beim WWF Deutschland, sieht in der Haltung von Tieren in Zoos sogar Vorteile. So würden die Leute für die Umwelt und den Tierschutz sensibilisiert werden und wenn jemand ein Tier besonders niedlich findet und eine gewisse Bindung aufbaut, bewege ihn das vielleicht auch dazu sich für den Artenschutz einzusetzen.

Unsere Kleinen in München, die aussehen wie weiße Wolken mit Beinen und Knopfaugen, scheinen zumindest ziemlich glücklich mit ihrem Gehege zu sein. Egal ob bei ihren tapsigen Schritten hinter ihrer Mutter her, bei Badespielen oder beim Fressen ihrer momentanen Lieblingsspeise (Wassermelonen) sind sie ein drolliges Gespann, das jedem ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Bleibt nur noch offen, wie die Kleinen in München wohl heißen werden. Hätten Sie denn schon einen Lieblingsnamen? Wenn es soweit ist, werden wir bestimmt nochmal von den Kleinen berichten.

Und wer Eisbärjunge auch gerne einmal in der freien Natur beobachten möchte, der kann sein Glück bei einer unserer Expeditions-Kreuzfahrten nach Spitzbergen versuchen. Hier stehen die Chancen den König des Packeises in seinem angestammten Lebensraum beobachten zu können besonders hoch. Begeben Sie sich mit Polar-Kreuzfahrten auf eine individuelle und einzigartige Reise zu den Artgenossen der kleinen Münchner Eisbärzwillinge und lassen Sie sich von der arktischen Landschaft aus Eisbergen und Gletschern begeistern. Näheres zu unseren Reisen finden sie hier.

Text: Kimberly Tahn

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